Liefermarkt UK

Wettbewerbsbehörde ebnet Weg für zwei Mega-Deals

Fahrer von Deliveroo und der Takeaway.com-Tochter Lieferando.
Imago Images / Emmanuele Contini
Fahrer von Deliveroo und der Takeaway.com-Tochter Lieferando.

Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) bereitet den Weg für zwei wichtige Deals, die den umkämpften britischen Liefemarkt betreffen: Zum einen darf der Merger von Just Eat und Takeaway.com in die nächste Stufe eintreten. Zum anderen wird wegen der Corona-Auswirkungen ein hohes Investment von Amazon in Deliveroo genehmigt.

Anfang 2020 hatten die Aktionäre von Just Eat und Takeaway.com einem Zusammenschluss der beiden Unternehmen zu einem der größten Lieferunternehmen weltweit, Just Eat Takeaway.com, zugestimmt. Der Merger wurde per Aktientausch realisiert, der Übernahmewert betrug rund 6,3 Mrd. britische Pfund (GBP).

Die britische CMA meldete ob des Deals Bedenken an. Man müsse zunächst prüfen, ob dieser Deal den Wiedereinstieg von Takeaway.com in den britischen Markt bedeute. Mit dem Beginn der Überprüfung erließ die CMA eine sogenannte Initial Enforcement Order (IEO). Durch diese wurden Takeaway.com und Just Eat zunächst untersagt, ihren Zusammenschluss auch auf operativer Ebene durchzuführen: Beide Unternehmen mussten ihre Geschäfte strikt getrennt weiterführen, durften etwa keinerlei Geschäftsgeheimnisse oder anderes Know-how ohne Erlaubnis der CMA austauschen. Diese IEO wurde nun seitens der CMA zurückgenommen. Die allgemeine Untersuchung des Deals läuft allerdings noch bis Ende Mai weiter.

Trading Update: Just Eat trotz Corona auf Wachstumskurs

Derweil vermeldete Just Eat Takeaway.com die Bestellzahlen für das erste Quartal des Jahres, bezogen auf die Just Eat Ländermärkte. Just Eat wickelte im ersten Quartal 65,3 Millionen Bestellungen ab. Das entspricht einem Anstieg von 6% gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2019. Alle Ländermärkte wuchsen im Rahmen der Erwartungen, bis die Restriktionen zur Begrenzung der Ausbreitung des Coronavirus eingeführt wurden. Nach einem anfänglichen Rückgang der Bestellungen Mitte März erholte sich Just Eat schnell wieder und lag über den Bestellzahlen vor dem Coronavirus. Nur das Segment Europa, zu dem Länder wie Italien, Frankreich und Spanien gehören, hat sich noch nicht vollständig erholt.

Zahl der Bestellungen im ersten Quartal von Just Eat Takeaway.com, sowie Kurven zum Bestellverhalten während der Coronakrise. Oben: Nur Ländermärkte, in denen Just Eat aktiv ist. Unten: Märkte, in denen Just Eat und Takeaway.com aktiv sind.
Just Eat Takeaway.com
Zahl der Bestellungen im ersten Quartal von Just Eat Takeaway.com, sowie Kurven zum Bestellverhalten während der Coronakrise. Oben: Nur Ländermärkte, in denen Just Eat aktiv ist. Unten: Märkte, in denen Just Eat und Takeaway.com aktiv sind.

Amazon darf in Deliveroo investieren

Bei der zweiten Untersuchung der CMA geht es um eine Investition von Amazon in den Lieferdienst Deliveroo. Im Mai 2019 hatte Amazon 575 Mio. US-Dollar in Deliveroo investiert. Im Dezember hatte die CMA dann eine ausführliche Untersuchung begonnen. Dass diese jetzt vorläufig beendet wird, begründet die CMA mit dem Coronavirus: Es sei klar geworden, dass der britische Gesundheitsnotstand erhebliche negative Auswirkungen auf die Einnahmen von Deliveroo habe, da eine große Anzahl der Restaurants, die während der Sperrung über die Plattform von Deliveroo angeboten wurden, geschlossen worden seien.

In einer Mitteilung der Behörde heißt es dazu: "Dies könnte bedeuten, dass einige Kunden von der Online-Lebensmittellieferung gänzlich abgeschnitten sind, während andere mit höheren Preisen oder einer Verringerung der Servicequalität konfrontiert sind. Angesichts dieser extremen Folgen halten wir es für das beste Vorgehen, die Investition von Amazon in Deliveroo vorläufig zu genehmigen." 

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