Luckin Coffee

CEO und COO nach Bilanzskandal gefeuert

Der Architekt des Bilanzskandals und seine Chefin müssen Luckin Coffee verlassen.
imago images / ZUMA Press
Der Architekt des Bilanzskandals und seine Chefin müssen Luckin Coffee verlassen.

Im Zuge der laufenden Untersuchungen hat Luckin Coffee nun sowohl seinen CEO als auch seinen COO entlassen. Es gibt neue Beweise im Fall der gefälschten Bilanzen. 

CEO Jenny Zhiya Qian wurde zusammen mit dem COO Jian Lu, der laut Angaben des Unternehmens der "Architekt" des Betrugs war, gekündigt. Luckin hatte Liu Anfang April dieses Jahres suspendiert, nachdem entdeckt wurde, dass er und mehrere seiner direkten Vorgesetzten "an bestimmten Verfehlungen beteiligt gewesen waren". 

Der Zeitraum der gefälschten Bilanzen erstreckte sich vom zweiten Quartal bis zum vierten Quartal des vergangenen Jahres. Um etwa 2,2 Milliarden Yuan (etwa 310 Millionen Dollar) wurden die Umsätze geschönt und somit stärkeres Wachstum des Starbucks-Konkurrenten auf dem chinesischen Markt vorgetäuscht.

Jinyi Guo, leitender Vizepräsident und Vorstandsdirektor, wurde nun zum amtierenden CEO ernannt. Der Luckin-Vorstand traf die Entscheidung, nachdem ein Sonderausschuss, der die Untersuchung durchführte, "Beweise vorlegte, die mehr Licht auf die gefälschten Transaktionen werfen", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Sechs weitere Mitarbeiter, die an den getürkten Zahlen beteiligt waren oder von diesen Kenntnis hatten, wurden suspendiert oder beurlaubt.

Luckin Coffee ist an der US-Börse notiert, der Handel wurde mittlerweile eingefroren. Der Aktienkurs ist nach Bekanntgabe der gefälschten Umsätze um knapp 80 Prozent eingebrochen. 

Nachdem Luckin am 2. April 2020 die geschönten Bilanzen öffentlich gemacht hat, habe das Unternehmen eigenen Angaben zufolge mit Regulierungsbehörden sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in China zusammengearbeitet. Luckin werde weiterhin mit der internen Untersuchung kooperieren und sich unter der Führung des Vorstands und des derzeitigen leitenden Managements auf das Wachstum seines Geschäfts konzentrieren.

Über Luckin Coffee
Die Kaffeebar-Kette Luckin Coffee gilt als größter Starbucks-Konkurrent in China und wurde 2017 gegründet. Rund 4.500 Stores und Kaffee-Abholstationen zählt das Unternehmen auf dem Heimatmarkt. 



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