Patisserie Valerie

Angeschlagene Marke schließt weitere 14 Stores

Patisserie Valerie

Die britische Bakery-Café-Kette Patisserie Valerie kommt nicht zur Ruhe. Nachdem im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten in der Kontoführung entdeckt worden waren, stürzte die einstmals erfolgreiche Marke ab. Nun hat der neue Eigentümer Causeway Capital weitere 14 Standorte geschlossen.

 

Betroffen sind unter anderem die Cafés in Leicester und der südenglischen Stadt Chichester. Die Schließungen sind Teil der Restrukturierungs- und Investitionsmaßnahmen von Causeway Capital, die die angeschlagene Marke im Februar 2019 gekauft hatten. Laut dem Branchenmagazin Propel Hospitality hat die irische Kapitalgesellschaft in den vergangenen fünf Monaten die Wirtschaftlichkeit aller Patisserie-Valerie-Standorte überprüft und will ihre Anstrengungen nun auf die 75 verbliebenen Cafés fokussieren.

Neues Sommer-Menü

Gelingen soll ihnen dies unter anderem mit einem überarbeiteten und erweiterten Sortiment. Seit Anfang Juni bieten die Bakery-Cafés der Marke ihren Gästen ein neues Sommer-Menü. Erstmals wurde dafür das Patisserie-Angebot um ein ganztätiges Brunchangebot ergänzt. Zu den Offerten gehören unter anderem Avocado-Toast, Eier Benedikt und verschiedene vegane Frühstücksvariationen. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen sein Mittags- und Abendmenü. Zusätzlich hat die Kette die Rezepte von fünf Patisserie-Klassikern überarbeitet, darunter den Black Forest Gateau und den Baked Cheese Cake.

Über Patisserie Valerie
Die Bakery-Café-Kette Patisserie Valerie wurde 1926 im Londoner Stadtteil Soho gegründet. Sie offeriert Kuchen, Snacks, Gebäck sowie eine Auswahl von Heiß- und Kaltgetränken. Zu ihren Spitzenzeiten umfasste sie 206 Standorte in ganz Großbritannien und beschäftigte rund 3.000 Mitarbeiter. Aktuell gibt es noch 75 Cafés.

Insolvenzverfahren

Nach turbulenten acht Monaten will Patisserie Valerie so wieder auf die Beine kommen. Die einstmals über 200 Standorte umfassende Marke stolperte im vergangenen Herbst über Unregelmäßigkeiten in der Buchführung, die schlussendlich auf ein Finanzloch von 94 Millionen britische Pfund geschätzt wurden. Daraufhin eröffnete die Muttergesellschaft Patisserie Holdings, zu der auch die Gastro-Marken Druckers Vienna Patisserie, Philpotts, Baker & Spice und Flour Power City gehören, ein Insolvenzverfahren.

Zum Verwalter ernannte das Unternehmen die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Unter ihrer Aufsicht wurden in einem ersten Schritt Anfang des Jahres knapp 70 Standorte geschlossen und rund 900 Mitarbeiter entlassen. Im Februar 2019 einigte sich die KPMG mit der irischen Kapitalgesellschaft Causeway Capital über einen Kauf von Patisserie Holdings. Der Kaufpreis lag bei 13 Millionen britischen Pfund.

Das Schicksal der Patisserie Holdings hat auch die britische Polizei auf den Plan gerufen. Aktuell ermittelt das Serious Fraud Office wegen des Verdachts der Bilanzfälschung gegen fünf ehemalige Mitarbeiter. Gesondert ermittelt wird zudem gegen den früheren Finanzdirektor Chris Marsh.

stats