Plastikmüll

USA: LEYE und Eataly verbannen Trinkhalme aus Plastik

Immer mehr Gastro-Unternehmen schaffen sie ab: Trinkhalme aus Plastik.
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Immer mehr Gastro-Unternehmen schaffen sie ab: Trinkhalme aus Plastik.

Mit Lettuce Entertain You Enterprises (LEYE) und Eataly schließen sich zwei weitere bekannte Akteure der US-Gastronomie der wachsenden Bewegung contra Plastikmüll an und steigen auf Trinkhalme aus biologisch abbaubaren Rohstoffen um.

Nach einem Online-Bericht des US-Fachmagazins Restaurant Hospitality erklärte LEYE vergangene Woche, bereits ab Anfang Oktober werde es in allen 120 Restaurants der Gruppe keine herkömmlichen Plastik-Trinkhalme mehr geben. Das Unternehmen mit Sitz in Chicago betreibt 120 Restaurants in neun US-Staaten.

Die Umstellung sei bereits seit acht Monaten in Arbeit. Die Herausforderung: Lieferanten für die alternativen Halme zu finden. Im Idealfall, so LEYE-Gründer und Präsident Richard J. Melman, würden gar keine Trinkhalme mehr verwendet. Selbst die umweltfreundlichen Halme wird es deshalb in den LEYE-Restaurants künftig nur auf Nachfrage geben. „Wir verbrauchen Millionen von Trinkhalmen jedes Jahr“, so Melman. „Wir haben viele unterschiedliche Restaurants, einschließlich solcher wie M Burger, wo eine Menge Drinks mitgenommen werden.“


In den fünf US-Stores von Eataly werden Plastikhalme bereits bis Ende Juli abgeschafft und durch Papierhalme ersetzt. Geplant ist zudem, Rührlöffel aus Plastik gegen solche aus Holz auszutauschen und weiteres Zubehör auf kompostierbare Materialien umzustellen. Laut Nicola Farinetti, CEO Eataly USA, würden die US-Stores des italienischen XXL-Formats mit seiner Mischung aus Retail und Foodservice im Schnitt ca. 18.000 Trinkhalme pro Woche verbrauchen.

Bisher waren dies durchweg Maßnahmen auf freiwilliger Basis. Doch wie Restaurant Hospitality meldet, wird am 1. Juli in Seattle ein Verbot von Plastikhalmen und sonstigem Einwegzubehör in Kraft treten, Verstöße sollen mit Geldbußen sanktioniert werden. Kommunale Behörden in weiteren US-Städten, darunter New York, erwägen Ähnliches.

Ein landesweites Verbot von Plastikhalmen und –löffeln hat derweil Großbritannien auf die Agenda gesetzt, es könnte bereits im nächsten Jahr kommen. Als höchst wirksam hatte sich zuvor die Maßnahme erwiesen, Einweg-Plastiktragetaschen mit einer "Strafsteuer" zu belegen: Der Verbrauch ging danach drastisch zurück.

Unterdessen sind verschiedene Gastro- und Pub-Ketten bereits initiativ geworden. So gibt es seit diesem Jahr in den rd. 900 Pubs von Wetherspoon keine Plastikhalme mehr, Ketten wie Wagamama oder Pret A Manger händigen die Trinkhalme nur noch auf ausdrückliche Nachfrage aus. Auch Global Player McDonald's wird in UK und Irland als erstem Ländermarkt weltweit Plastikhalme flächendeckend aus dem Verkehr ziehen, mit der Umstellung in allen dortigen 1.300 Restaurants der Marke wird im September begonnen. Tests in ausgewählten US-Bundesstaaten sind angekündigt.


Nach Schätzungen des US-Recyclingunternehmens Eco-Cycle werden allein in den USA Tag für Tag rd. 500 Millionen Plastikhalme verbraucht. Das würde ausreichen, um zu einer Schnur aneinandergereiht mehr als zweimal die Erde zu umwickeln.



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