Schweiz

Konsumstimmung? Gut bis sehr gut!

Konsumbereitschaft und Ausgabeverhalten hängen unter anderem von Standort und Grenznähe ab. Insgesamt geht es in der Schweizer Gastronomie wieder bergauf.
ZFV-Unternehmungen
Konsumbereitschaft und Ausgabeverhalten hängen unter anderem von Standort und Grenznähe ab. Insgesamt geht es in der Schweizer Gastronomie wieder bergauf.

„Die Ausgabefreudigkeit ist so gut wie lange nicht“, so eine der zentralen Botschaften der interviewten Profi-Gastronomen im Rahmen unserer Top 27 Schweiz-Umfrage des Fachmagazins foodservice. Teil dieser jährlichen Marktforschung waren unter anderem Fragen zu Auswirkungen des Schweizer Frankens aufs Gastro-Geschäft und zu Konsumstimmung, Anspruchshaltung und Ausgabebereitschaft der Gäste 2017/18.

In der Oktober-Ausgabe finden Sie das gesamte Exklusiv-Ranking der Top 27 Foodservice-Unternehmen der Schweiz.

Bevor wir uns den wichtigsten Statements zu diesen Fragen widmen, vorab zum besseren Verständnis einige wesentliche Fakten des Rankings.
Die wirtschaftliche Talfahrt im Außer-Haus-Markt der Schweiz ist vorbei. Die positive Umsatz-Entwicklung der Top 27 Foodservice-Unternehmen untermauert dies: Auf ein Vorjahres-Wachstum von 2 Prozent konnte 2017 wiederum ein Umsatz-Plus (netto) von 2 Prozent aufgesattelt werden. In Summe generierten die Top 27 Netto-Erlöse von gut 4,94 Mrd. Schweizer Franken in knapp 2.500 Betrieben.

Konsumstimmung auf gutem Weg

Besonders seit dem letzten Quartal und in den bisherigen Monaten 2018 zeigt sich, dass die Konsumstimmung und der Tourismus in der Schweiz wieder auf einem guten Weg sind. Ein schwächerer Franken begünstigt dies. Dass an einigen Stellen die O-Töne der befragten Profi-Gastronomen trotzdem verhalten ausfallen, liegt zum einen an Standort-Faktoren wie Grenznähe und zum Teil an Marktkategorien – so liefen die Geschäfte in der Kategorie Handelsgastronomie weniger gut bzw. blieben stabil, während das Segment der Konzept-Spezialisten ein einstelliges Plus erzielte.

Nachgefragt: Gästeanspruch, Frankenstärke

Doch nun verschiedene Äußerungen aus Sicht der Befragten:

Wie beurteilen Sie die Anspruchshaltung und Ausgabebereitschaft der Gäste/Verbraucher 2017/’18?

  • "Die Konsumentenstimmung ist sehr gut und die Ausgabefreudigkeit gut wie lange nicht. Auch, weil weniger im konventionellen Retail gekauft wird. Da die Verbraucher neben dem Internet-Shopping doch noch persönliche Kauf-Erlebnisse wünschen, suchen sie diese vielfach in der Gastronomie – unsere Chance! Parallel gewinnen Convenience-Stores in der Schweiz an Bedeutung und übernehmen an Verkehrsgastro-Standorten vielfach die vollständige F&B-Versorgung. Und: Qualität bleibt Top-Kriterium!" Autogrill (Verkehrsgastronomie)
  • "Ausgabefreudigkeit hat 2018 wieder zugenommen; Wiedererstarkung des Euro." Two Spice (Konzept-Spezialist)
  • "Anspruchshaltung und Ausgabefreudigkeit sind gestiegen. Gutes Konsumverhalten, aber Gäste fordern auch eine konstant hohe Qualität und Leistung." Mövenpick Group (Konzept-Spezialist)
  • "Das muss man sehr standortspezifisch sehen. Tendenziell sinkt die Ausgabefreudigkeit, wenn nicht ein erkennbarer Mehrwert angeboten wird." Migros-Genossenschafts-Bund (Handelsgastronomie)
  • "Unsere Gäste wünschen einen raschen, unkomplizierten Service und ein gutes Preis-Leistungs-Angebot. Mit unserem neuen Servicekonzept (Fullservice in 60 von 166 Standorten, Stand 10/’18) bieten wir ihnen ein noch besseres Erlebnis." McDonald’s (Konzept-Spezialist)
  • "Ausgabefreudigkeit ist in den letzten Jahren in etwa gleich geblieben. Leichte Zunahme der Ausgaben auf Kundenseite in der gesamten Coop-Gastronomie. Anspruchshaltung in puncto Transparenz, Frische, Saisonalität und Nachhaltigkeit steigt weiter." Coop (Handelsgastronomie)
  • "Abwechslungsreiche Offerten, heimische Produkte und der Wunsch nach gesunder Ernährung begünstigen die Ausgabefreudigkeit, während sie bei traditionellen Gerichten tendenziell niedriger liegt." ZFV-Unternehmungen (Catering/Gemeinschaftsverpflegung)

Wie wirkt sich die Frankenstärke 2017/’18 auf das Gastro-Geschäft aus?

  • "Der hohe Frankenkurs ist in unserem Kerngeschäft, in dem wir 80 Prozent der Lebensmittel in der Schweiz einkaufen, kaum spürbar." SV Group Schweiz (Catering/Gemeinschaftsverpflegung)
  • "Die Währungslage ist inzwischen Normalität geworden und belastet uns nicht weiter. In den letzten Monaten hat sich der Franken zu unserem Vorteil geschwächt." Manor AG (Handelsgastronomie)
  • "Die Besucherzahlen in den Ikea Filialen sind generell rückläufig. Doch sind diese auch nicht signifikant höher in grenznahen Standorten. E-Commerce hat eher Einfluss auf die Frequenz." Ikea Schweiz (Handelsgastronomie)
  • "Mit dem höheren Euro-Kurs ist auch wieder ein Anstieg des Tourismus sowie ein Umsatzwachstum in grenznahen Betrieben spürbar." Mövenpick Group (Konzept-Spezialist)
  • "Von Januar 2015 bis Herbst 2017 war die Lage negativ. Mit Schwächung des Franken kamen Traffic und Kauffreudigkeit zurück. Die gute Wirtschaft in der EU, speziell in Deutschland, hilft uns top." Autogrill (Verkehrsgastronomie)


In der Oktober-Ausgabe finden Sie das gesamte Exklusiv-Ranking der Top 27 Foodservice-Unternehmen der Schweiz.



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