Shopping-Center-Deal perfekt

Neuer Center-Riese: Unibail-Rodamco-Westfield

Eines der bekannten europäischen Flagship-Center: Westfield Stratfort City in London.
Westfield/Unibail-Rodamco
Eines der bekannten europäischen Flagship-Center: Westfield Stratfort City in London.

Der französische Shopping-Center-Spezialist Unibail-Rodamco gibt bekannt, dass die Übernahme des australischen Mitbewerbers Westfield abgeschlossen ist. Die neue Shopping-Center-Macht gilt als einer der größten Betreiber und Ei-gentümer weltweit mit einem gemeinsa-men Marktwert von rund 72 Mrd. US$ (rd. 62 Mrd. €), davon ca. 43 Mrd. € von Unibail-Rodamco und über 18 Mrd. € von Westfield. Unibail-Rodamco – vorher zweitgrößter Player am deutschen Markt hinter ECE – zahlte für Transaktion knapp 25 Mrd. US$.

Was im Dezember 2017 angekündigt wurde, ist nach sechs Monaten Finalisierungs-Prozess abgeschlossen und von den Wettbewerbsbehörden genehmigt: Aus Unibail-Rodamco und Westfield wurde Unibail-Rodamco-Westfield. Die neue Company besitzt und betreibt derzeit 102 Shopping Center in 13 Ländern. 56 Standorte davon, die in den dynamischsten Großstädten Europas und der Vereinigten Staaten zu finden sind, definiert das Unternehmen als Flagship-Center. Das gemeinsame Portfolio der neuen Betreiber-Größe setzt sich zusammen aus 88 % Einzelhandels- inklusive Gastro-Umsatz, 7 % Office-Geschäft, die verbleibenden Prozente des Umsatzes werden durch Veranstaltungen- und Ausstellungen erzielt.

Für die gemeinsame Zukunft habe man Projekte im Wert von weiteren 13 Mrd. € in der Pipeline, heißt es zudem von Unibail-Rodamco. 1,2 Mrd. Besucher frequentieren jährlich die Malls und 3.700 Mitarbeiter sind beim neuen Großunternehmen beschäftigt. Während Unibail-Rodamco bisher stark auf dem europäischen Markt (11 Länder) vertreten ist, gilt Westfield als bedeutender Akteur auf australischem, amerikanischem und britischem Terrain.

Wichtig: Beide Unternehmen verfolgten eine ähnliche Strategie, etwa in puncto Positionierung und Standorte. Mit Bezug auf die Unternehmens-Agenda ‚Better Places 2030‘ kündigt der neue internationale Player an, dass neue Projekte darauf ausgerichtet sein sollen, den Besuchern ‚better places‘ zu bieten – mit höchsten Ausstattungs- bzw. Umweltschutz-Standards, die einen Beitrag zur Entwicklung ‚besserer Städte‘ leisten. Laut Financial Times rechnen beide Companys mit Synergien in Höhe von 100 Mio. € pro Jahr.

Christophe Cuvillier, Group Chief Executive Officer, kommentiert den Abschluss im O-Ton wie folgt: "Today is an extraordinary day as we bring together Westfield’s and Unibail-Rodamco’s outstanding assets and 3,700 talented professionals. We look forward to writing together a new chapter in our history. With an unparalleled track-record and know-how in retail, offices and convention & exhibition venues, the Group is ideally positioned to generate superior value and develop world-class projects."

Auch für die Gastronomie in den Centern bedeutet die Übernahme einen großen Schritt mit spannenden Synergie-Effekten. Bei Unibail-Rodamco Deutschland ist man zuversichtlich, dass durch die Marke Westfield für viele britische, französische und auch amerikanische Gastro-Brands der deutsche Center-Markt zu einer interessanten Einstiegs- und Sprungbrett-Chance avanciert.

In Deutschland betrieb Unibail-Rodamco bisher 25 Shopping Center (Gesamtportfo-lio knapp 70) und es seien bereits weitere Projekte für 8,1 Mrd. € europaweit in der Pipeline. Für Ende 2021 ist beispielsweise die Eröffnung des neuen Überseequartiers in Hamburg geplant. Zum Westfield-Imperium zählten über 30 Einkaufszentren. Bei Retail- und Gastro-Profis ist das Unternehmen vor allem für seine zwei großen Malls in London –Shepherd’s Bush und Stratford City – bekannt. In der Entstehung bzw. im Bau: eine Mall in Mailand. In Deutschland waren die Australier bisher allerdings nicht vertreten.


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