Studie Essgewohnheiten, USA

Die Jugend isst unterwegs

55 Prozent der amerikanischen Schüler zwischen 8 und 18 Jahren mögen die Essensauswahl an ihrer Schule.
Ella Olsson/unsplash.com
55 Prozent der amerikanischen Schüler zwischen 8 und 18 Jahren mögen die Essensauswahl an ihrer Schule.

Jugendliche haben ordentlich Hunger und Appetit, doch wenig Zeit zum Essen. Was genau die Generation Z in USA vom Essen erwartet – auch in der Schule, hat das Marktforschungsinstitut Y-Pulse untersucht.

Zwei Ergebnisse der Studie unter 3.000 Schülern zwischen 8 und 18 Jahren. Sie bevorzugen Gerichte, die sich zum Mitnehmen eignen. Und: Essen in der Schule ist gar nicht so schlecht.

Schulessen gewinnt an Zuspruch

Die Y-Pulse-Studie untersuchte die Esskultur der Schüler zuhause und außerhaus anhand der Kids Dining Study und den Rezeptentwicklungen des eigenen School Meal Innovation Labs. So stellte das Institut unter anderem fest, dass am liebsten zuhause gegessen wird. Aber auch die Schulkantine komme nicht schlecht weg:
  • 55 % mögen das vielfältige Essensangebot in ihrer Schule
  • 32 % geben an, dass sie dort ihre Lieblingsgerichte vorfinden
  • 69 % essen nur in der Schule, wenn es etwas gibt, das sie mögen
  • 37 % würden gerne öfters in der Schule essen
Über die vergangenen sieben Jahre stieg laut Y-Pulse das Ansehen der Schulkantinen und Cafeterien um zehn Prozent.

Das School Meal Innovation Lab ließ 900 Schüler und deren Eltern zehn neue Menükonzepte bewerten – online mit Bildern und Rezept-Beschreibungen. Entworfen wurden die Gerichte von einem Team aus Köchen und Diätassistenten. Dass es sich um Schulmahlzeiten handelte, wurde nicht verraten. Auffallend häufiger als ihre Eltern schätzten die Schüler, dass die Menüs in der Schule möglich seien. So rechneten nur 8 Prozent der Eltern damit, ein Fladenbrot mit Hühnchen und Honig-Sriracha auf dem Speiseplan zu finden, während 30 Prozent der Schüler dies für möglich hielten.

Über Y-Pluse und The School Innovation Lab
Y-Pulse wurde 2004 als Abteilung von Olson Communications mit Sitz in Chicago, Illinois, USA, gegründet. Das Forschungs- und Beratungsunternehmen berät Unternehmen der Lebensmittelbranche zu kommenden Geschmacks- und Foodtrends.Dazu gehört das "The School Innovation Lab" als eingetragene Marke von Olson Communications, Inc. Dort wurden zehn neue Schulmahlzeiten zum Test entwickelt:
  • Buddha Bowl
  • Fladenbrot mit Hühnchen und Honig-Sriracha
  • Jamaikanische Jerk Tacos mit Ananassoße
  • Koreanische Fleischbällchen mit Spaghetti
  • Mexikanisches Toast mit Salat und Limetten-Creme
  • Grillkäse mit Grillgemüse und Balsamessigsoße
  • Waldorf-Salat
  • Cremiger Overnight Oat mit Beeren
  • Bananen-Beeren-Smoothie
  • Tex Mex Frühstücks-Bowl
Die Favoriten beider Gruppen waren eine Mexikanische Tostada und ein cremiger Smoothie aus Bananen, Beeren, Joghurt und Milch getoppt mit frischen Früchten sowie Haferflocken, Nüssen und Honig. 77 Prozent der Schüler gaben dem Smoothie ein "Like". Den zweiten Platz belegten die Overnight Oats (64 %). Die Tex-Mex-Bowl überzeugte 61 Prozent – ein herzhaftes Frühstück mit Rührei, Käse und Bohnen auf Bratkartoffeln, Paprika und Zwiebeln garniert mit einer Soße. Mehrfachnennungen waren möglich. Die zehn Rezepte bietet das School Meal Innovation Lab Schulkantinen kostenlos auf seiner Webseite zum Nachkochen an.

Autonomie trifft auf Eile

Je älter die Jugendlichen, desto wichtiger ist es ihnen, sich ihre Portion Energie für den Tag unterwegs zu holen. Dies hänge mit der wachsenden Entscheidungsfreiheit zusammen, so die Untersuchung. 72 Prozent der 18-Jährigen geben an, sich unterwegs ein Frühstück zu besorgen. Bei den 14-Jährigen sind dies 66 Prozent, bei den 8-Jährigen weniger als die Hälfte (46 %). Eine endlose Flut an Impulsen, Informationsmedien und Ablenkung konkurriere um die Aufmerksamtkeit Jugendlicher, stellt Sharon Olson fest. Sie ist Executive Diretor von Y-Pulse und kommentiert die Ergebnisse der Befragung: "Die Verbraucher der Generation Z sind beschäftigter denn je und brauchen eine bequeme, flexible Auswahl an Lebensmitteln."

So entschieden sich Schüler nicht nur beim Frühstück bevorzugt für Gerichte, die unterwegs verzehrt werden können. 67 Prozent gaben an, zu wenig Zeit für das Mittagessen zu haben. Mit To-go-Mahlzeiten sicherten sie sich ein Stück selbstbestimmter Zeit. Überwältigende 91 Prozent wählten zum Beispiel Restaurants aus, die das Essen schnell servieren. 87 Prozent möchten ihre Gerichte dort individuell gestalten können. Voilà, der US-amerikanische Berufseinsteiger von morgen: anspruchsvoll, individualistisch und leicht gehetzt.

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