Burger King

Übernahme von Tim Hortons für 11,4 Mrd. Dollar

Die vor wenigen Tagen durchgesickerten Pläne von Burger King, die größte kanadische Quickservice-Kette Tim Hortons zu übernehmen, sind nun bestätigt: Der amerikanische Fast-Food-Riese mit weltweit knapp 14.000 Standorten kauft den Kaffee- und Donuts-Spezialisten, der in Nordamerika und den Golfstaaten mit rund 4.500 Units präsent ist - Dreiviertel davon in Kanada.

Als Kaufpreis werden 11,4 Mrd. US-Dollar genannt. Gemeinsam zählen die beiden Marken dann mehr als 18.000 Standorte in 100 Ländern mit einem Jahressystemumsatz von über 23 Mrd. Dollar. Damit schließt Burger King zu den weltweit größten Quickservice-Unternehmen McDonald's, Subway und Yum! Brands auf.

Der Deal ist auch für Fachleute die Überraschung des Sommers 2014 schlechthin.

Beide Marken sollen unabhängig voneinander weiter geführt werden, man wolle jedoch Synergien nutzen. So ist Tim Hortons mit seinen zentralen Produkten Kaffee und Backwaren ausgesprochen stark im Frühstücksgeschäft - ein in den USA heiß umkämpfter Markt, in dem Burger King sich durch die Akquise offenbar Vorteile verspricht. Gleichzeitig soll Burger Kings Erfahrung in rund 100 Märkten der Welt die internationale Expansion von Tim Hortons unterstützen.

Beide Marken verfügen über ein starkes Netzwerk an Franchisenehmern, Burger King-Restaurants werden seit einiger Zeit sogar fast ausschließlich von selbständigen Partnern geführt. Dadurch ist der Konzernumsatz in den vergangenen Jahren etwas über 1 Mrd. Dollar gesunken. Die Systemumsätze der 13.800 Restaurants lagen im vergangenen Jahr bei 16,3 Mrd. US-Dollar. Für den Kauf von Tim Hortons braucht Burger King jedoch Kredite von rund 12 Mrd. Dollar - unter anderem von Investorenlegende Warren Buffett. 

Tim Hortons, dessen Marktwert bei einem Jahressystemumsatz von gut 6 Mrd. Dollar auf rund 8 Mrd. Dollar taxiert wird, besitzt, ähnlich wie McDonald's, einen Großteil seiner Standorte auch als Immobilien. Von 1995 bis 2006 gehörte die Marke zu 'Wendy's' - ebenfalls einer US-amerikanischen Burger-Kette. Rund 15 % aller Kanadier besuchen 'ihr' Tim Hortons-Café täglich.   

Burger King-Eigner 3G Capital, der die Burger-Marke 2010 für 3,3 Mrd. Dollar gekauft und 2012 zurück an die Börse gebracht hat, wird rund 51 % an dem nun fusionierten Unternehmen halten. Der gemeinsame Hauptsitz werde sich in Kanada befinden, heißt es in einer Mitteilung. Dadurch umgeht Burger King in Zukunft die deutlich höheren Unternehmenssteuern, die in den USA im Vergleich zu Kanada fällig werden. Die Gesamtsteuerlast für Unternehmen liegt in den USA bei fast 40 %, in Kanada nur bei rund 26 %. Die Burger King-Zentrale werde jedoch in Miami, Florida, bleiben, betont das Unternehmen, man werde in den USA weiterhin die lokalen und Bundessteuern bezahlen.

An der Spitze des neuen Unternehmens steht Alex Behring, Executive Chairman bei Burger King und Managing Partner bei 3G. Tim Hortons-Chef Marc Caira wurde zum Vice-Chairman und Director für Strategie und internationale Entwicklung ernannt. Burger King CEO Daniel Schwartz übernimmt den Posten des CEO für die neue Gruppe. Mit der Ankündigung des geplanten Deals schossen die Aktienwerte beider Marken um jeweils etwa 20 % in die Höhe.

Auf der Burger King-Fanseite im sozialen Netzwerk Facebook machten dagegen hunderte Nutzer ihrem Ärger über den 'Tax Inversion Deal' Luft. Die Übernahme eines ausländischen Unternehmens ist ein aktuell bei US-Unternehmen beliebter Weg, Steuern zu sparen, indem der Firmensitz über die Grenze verlegt wird. Viele kündigten an, keine Whopper mehr essen zu wollen. Anders als bei früheren Wegzügen, beispielsweise von Unternehmen aus der Pharmabranche, erregt Burger King mit seinem Schritt ins Ausland deutlich mehr Unmut, weil es als ur-amerikanische Marke wahrgenommen wird, der jeder US-Bürger täglich begegnet, und der nun mangelnder Patriotismus vorgeworfen wird.

www.burgerking.com
www.timhortons.com





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