United Against Waste / Schweiz

Kliniken gegen Food Waste

Seit 2013 kämpft United Against Waste in der Schweiz konzeptionell gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in Kliniken und anderen Institutionen.
imago images / Jochen Tack
Seit 2013 kämpft United Against Waste in der Schweiz konzeptionell gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in Kliniken und anderen Institutionen.

Der Schweizer Verein "United Against Waste" engagiert sich seit 2013 für die Reduktion von Food Waste in Großküchen von Kliniken, Senioreneinrichtungen und Institutionen. Ein Konzept, das Früchte trägt.

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Anbau, Handel und Verarbeitung: Über alle Stufen der Lebensmittelkette landet ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall. Krumme Karotten, fleckige Äpfel und zu kleine Kartoffeln werden bereits auf dem Feld aussortiert. Die Großküche verschätzt sich, ein Berg Ravioli muss entsorgt werden. Am Frühstücksbuffet wird auf den Teller getürmt, was Platz hat – die Reste landen im Abfall. Die Folge: In der Schweiz werden pro Kopf jährlich rund 300 Kilogramm Essen weggeworfen.

Planen ist das A und O

Die Hauptgründe für diesen Food Waste sind bei Profi-Köchen laut der Organisation "United Against Waste" vor allem Schwierigkeiten in der Planung: Viele Prozesse sind eingespielt und lassen sich nicht kurzfristig anpassen, die Zahl der Essen ist häufig schlecht voraussehbar. Dazu kommen die hohen Ansprüche der Gäste und damit verbunden eine Scheu seitens der Gastronomie, das Thema Lebensmittelverschwendung zu thematisieren.

Beratung bringt Lösungen

2015 hat die Schweiz mit über 190 Staaten die UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Damit verpflichten sich die Länder, das Ziel Nummer 12 für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu erreichen und bis 2030 die Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Detailhandels- und Konsumentenebene zu halbieren. Gefordert sind auch Verarbeiter wie Großküchen.

Der Verein "United Against Waste – gemeinsam gegen Verschwendung" engagiert sich bereits seit 2013, um gemeinsam mit Lebensmittelherstellern, Großhändlern sowie Gast- und Bäckereigewerbe die Menge an Lebensmittelabfällen zu halbieren. Die Organisation erarbeitet praxisnahe Lösungsansätze, bietet Coachings gegen Food Waste und stellt die Resultate den Branchen zur Verfügung. Geschäftsleiter Markus Hurschler: "Wir haben uns in der Gastronomiebranche in den letzten sechs Jahren einen Namen als kompetenter Berater gemacht. Dadurch, dass wir auf das Problem Food Waste aufmerksam gemacht haben, kommen Restaurants und Großküchen auf uns zu und wir suchen gemeinsam Lösungen."

Individuelle Maßnahmen

In der Küche des Kantonsspitals Luzern werden heute kleinere und auf die Wünsche der Patienten abgestimmte Menüs gekocht.
ZVG
In der Küche des Kantonsspitals Luzern werden heute kleinere und auf die Wünsche der Patienten abgestimmte Menüs gekocht.

Ein erster Partner aus dem Gesundheitsbereich der Kampagne "United Against Waste" wurde 2017 das Luzerner Kantonsspital (KSL). Zusammen mit einem Coach evaluierte und analysierte das KSL während eines Monats alle seine Lebensmittelabfälle. Mediensprecher Markus von Rotz: "In vier Wochen sammelten sich 25 Tonnen an Resten an." Diese Zahl liegt im Durchschnitt vergleichbarer Großküchen. Mit den Messergebnissen vor Augen setzte man sich das Ziel, den Food Waste um 30 Prozent auf monatlich 17,5 Tonnen zu reduzieren. Der Maßnahmenkatalog wird vom Coach individuell auf den Betrieb zugeschnitten, im Fall von Luzern handelt es sich um eine ausführliche Liste.
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