United Against Waste Österreich

130 Großküchen gegen Verschwendung

Aktionswoche für weniger Lebensmittelabfall zum Welternährungstag 2019 am 16. Oktober.
Radmilla/Shutterstock.com/United Against Waste
Aktionswoche für weniger Lebensmittelabfall zum Welternährungstag 2019 am 16. Oktober.

Unter dem Motto "Nix übrig für Verschwendung" engagieren sich Kliniken, Pflegeheime und Betriebsrestaurants in Österreich gegen Food Waste. Zum Welternährungstag am 16. Oktober beteiligen sie sich an einer Aktionswoche auf Initiative der Organisation United Against Waste (UAW).

Die Botschaft gegen Lebensmittelverschwendung wird vom 14. bis 20. Oktober an 130 Großküchenstandorten in ganz Österreich mit verschiedenen Aktionen öffentlichkeitswirksam kommuniziert. Denn am effektivsten können Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung von allen gemeinsam reduziert werden. Deshalb bezieht "Nix übrig für Verschwendung" auch Gäste, Patientinnen und Bewohner von Pflegeheimen mit ein. Auch sie können aktiv mithelfen: Essen vorbestellen, am Buffet Maß halten oder auch kulant reagieren, wenn ihr Wunschmenü kurz vor Schluss nicht mehr vorrätig ist. Selbst Angehörige sind dabei: Indem sie keine Speisen von zuhause mitbringen, reduzieren sich Essensretouren.

Informationen, Gewinnspiel, Wertschätzung

Sensibilisiert wird mittels Tisch- und Buffetaufstellern, Flyer, Poster, Roll-Ups und Slide-Shows. Außerdem wird die Bewusstseinskampagne begleitet von betriebsinternen Aktionen wie zum Beispiel vergünstigte "Restlmenüs", einem Foto-Gewinnspiel und Presseevents. Hier werden die Leistungen besonders engagierter Küchenleiter gewürdigt.

Ein Fotowettbewerb soll Essensgäste animieren, ihre Teller besonders schön leer zu essen und dies auf Social-Media-Kanälen zu teilen.
Franz12/Shutterstock.com
Ein Fotowettbewerb soll Essensgäste animieren, ihre Teller besonders schön leer zu essen und dies auf Social-Media-Kanälen zu teilen.
Zudem informieren die Großküchenpartner über ihre Maßnahmen gegen Food Waste. Gerichte werden in unterschiedlichen Portionsgrößen angeboten. Beilagen können frei gewählt werden, Rabattaktionen fördern das Vorbestellen für eine genauere Mengenplanung. Trainingseinheiten und Workshops zum Erfahrungsaustausch, zielgruppenspezifische Trainingsmaterialien oder die Ausbildung von betriebsinternen "Lebensmittelabfall-Coaches" ergänzen die Aktionswoche inhaltlich.

61.000 Tonnen vermeidbarer Food Waste

Die konzertierte Aktionswoche soll über die 130 Partnerstandorte jeweils zwischen 1.000 und 10.000 Personen erreichen, hofft UAW. Seit mehr als fünf Jahren setzt sich die Initiative für weniger Lebensmittelabfall ein und wirkt dabei auf unterschiedlichen Ebenen – in der Gastronomie und Hotellerie mit dem Beratungsprogramm "Küchenprofi[t]" und seit 2017 auch im Bereich Gemeinschaftsverpflegung mit dem Monitoring- und Managementsystem "Moneytor". In österreichischen Großküchen mache der entsorgte Lebensmittelabfall (ohne Zubereitungsreste) 22 Prozent der ausgegebenen Essensmenge aus. Das entspreche 61.000 Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfälle pro Jahr oder dem Gewicht von 2.350 voll beladenen Müllsammelfahrzeugen, veranschaulicht UAW.

Laut United Against Waste variiert der Verlustgrad – entsorgter Lebensmittelabfall im Verhältnis zur ausgegebenen Speisemenge – von Standort zu Standort mit einer Bandbreite von 3 bis zu 54 Prozent. "Moneytor" hält seit zwei Jahren stark dagegen. Die monatlichen Ausspeise- und Abfallmengen werden pro Betrieb laufend und standardisiert beobachtet. Dies ermögliche einen aussagekräftigen Branchenvergleich, so UAW. Auf dieser Basis können gezielt Maßnahmen für weniger Abfall entwickelt werden. Indem sich Großküchen an "Moneytor" beteiligen, arbeiten sie mit daran, das UN-Ziel zu erreichen, Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren.

Über United Against Waste
Die Initiative United Against Waste tritt an, Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung, Hotellerie und Gastronomie zu vermeiden. Sie wird von einem breiten Partnernetzwerk aus Wirtschaft, Bund, Ländern, NGOs und Wissenschaft getragen. Im Rahmen der Initiative werden wissenschaftlich gesicherte Daten erhoben, praxisnahe Serviceangebote für Betriebe entwickelt und die breite Öffentlichkeit sensibilisiert. In Deutschland ist United Against Waste sowohl beim Bundespreis "Zu gut für die Tonne!" involviert als auch beim Leitfaden "Abfallarme Schulverpflegung, Ratgeber für Verpflegungsanbieter, Schulen und Träger" der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


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