Bio-Symposium

150 Teilnehmer in Frankfurt

Das Fachsymposium für Nachhaltige Verpflegungsstrategien in Frankfurt am Main war Höhepunkt und Abschluss der Kampagne „Klasse für die Masse – Mehr Bio in der Großküche“ des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. Im Blickpunkt standen der Einsatz von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung sowie Fragen zur Bio-Zertifizierung. Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut Kelkheim zeigte auf, das die Verbraucher täglich zwischen einer fast unendlichen Vielfalt an Lebensmitteln frei auswählen könnten, doch nur rein theoretisch. Praktisch werden die alltäglichen Ess-Entscheidungen von gesellschaftlichen Megatrends beeinflusst.

Zu den fünf wichtigsten zählen nach der Studie von Hanni Rützler Individualisierung, Feminisierung, Multitasking, Lebensphasen und Singelisierung. Einen vorderen Platz nimmt auch Nature Food (natürlich, biologisch und gesund essen) ein. Anschließend stellte Daniela Vaziri, Marketingleiterin gv-praxis Trends im internationalen Außer-Haus-Konsum vor. Food-Trend Gewinner weltweit seien Pasta, Geflügel sowie Backwaren und allen voran Salat. Rund 10,6 Milliarden Euro Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Europa sind ein riesiger Markt, erläuterte Thomas Dosch, Vorstandssprecher Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. Auch weltweit steige die Nachfrage nach Bio-Produkten. Um den Absatz weiter zu stärken müsse man in Zukunft vermehrt die potenziellen Zielgruppen ansprechen. Dazu gehörten auch Restaurants und Großküchen, fügte er an. Dr. Carola Strassner vom ÖGS stellte fest, dass Deutschland, was den Einsatz von Bio in der AHV angeht, eher im Mittelfeld anzusiedeln ist. Gerade unsere europäischen Nachbarn Italien und Großbritannien sind der Bundesrepublik einen Schritt voraus. So sei es kein Wunder, wenn allein in Rom rund 140.000 Kinder täglich Menüs mit Biokomponenten essen.

Wie die Kontrolle in Betrieben der Außer-Haus-Verpflegung aussehen kann, erläuterte Dr. Jochen Neuendorff von der GfRS. Er präsentierte damit erste Ergebnisse der Studie zur Entwicklung von Standardkontrollverfahren. Fest steht, dass dort, wo „Käufer“ in Erscheinung treten oder Bio ausgelobt wird auch zertifiziert werden muss. „Kindertageseinrichtungen beispielsweise sind nach dieser Definition ausgenommen“, erklärte Jochen Neuendorff. In einer abschließenden Talkrunde erörterten namhafte Unternehmens- und Verbandsvertreter,dass auch in seinem Verband das Interesse an Bio-Produkten wachse.

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