Heilbronn

2. Hospitality Symposium vermittelt Wissen und Kontakte

Spannende Einblicke und wertvolle Kontakte lieferte das 2. Heilbronn Hospitality Symposium in dieser Woche. Rund 200 Branchenexperten und Studenten der Hochschule Heilbronn trafen sich einen Tag lang, um über das Thema 'Marketing x³: Individuell - Innovativ - Intensiv' zu referieren und zu diskutieren. Fazit: Die Branche braucht gut ausgebildete Fachkräfte und tragfähige Konzepte, um die sich wandelnden Bedürfnisse moderner Verbraucher in Zukunft noch besser zu befriedigen.
Den Anfang des Programms machte nach der Begrüßung durch Professor Jürgen Schröder, Rektor der Hochschule Heilbronn, und Moderator Professor Christian Buer, Head of Tourism Management, Professor Gerald Lembke von der DHBW Mannheim mit einem Vortrag über Marketing als Formel für den Vertrieb in der Zukunft. Anschließend referierte Ulla Thombansen (MUT Management) zum Thema Dienstleistungsmarketing.

"50 Prozent aller Marketing-Ausgaben sind fehlinvestiert", erklärte dann Prof. Dr. Axel Lippold den Zuhörern und gab anschließend Hilfestellung, wie sich die Faktoren für den Erfolg gastronomischer Marken präziser und individueller messen lassen. "Herkömmliche Marktforschung führt oft in die Irre, häufig sind die Konzepte mit der besten Bewertung nicht diejenigen mit den meisten Gästen, weil für diese die einzelnen Kriterien einen unterschiedlichen Stellenwert für ihre Besuchsentscheidung haben." Vielmehr korrelierten die Erfolgsfaktoren miteinander: "Mehr ist nicht unbedingt besser." Jeder Gastronom habe die Aufgabe, die für seine Zielgruppe relevanten Faktoren zu analysieren und zu optimieren."

Die folgende Gesprächrunde unter der Leitung von Prof. Markus Zeller, Professor für Systemgastronomie an der Hochschule Heilbronn, beschäftigte sich mit dem Thema Preispolitik und wie sich der Wert einer Marke auf diese auswirken kann. Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer Hotel Öschberghof und Präsident der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V., betonte: "Wir sind in vielen Bereichen zu günstig. Dabei ist Leistung ein viel wichtigeres Kriterium als der Preis." Sein Rat: "Die Preise anheben und die Dienstleistungsqualität beibehalten." Mit Blick auf den deutschen Hotelmarkt erwartet Haakon Herbst, Vorstandsmitglied der HSMA Deutschland, für die nächsten Jahre eine Konsolidierung: "Es gibt hierzulande zwei Arten von guten Gastgebern: die traditionell-etablierten und die jungen Wilden. Viele andere werden verschwinden. Auch die internationalen Hotelketten sind oftmals nur aus Marketing-Gründen präsent."

Die Sicht der Gastronomen vertrat in der Runde Vapiano- und LaBaracca-Erfinder Mark Korzilius, der darauf hinwies, dass auch bei Fast-Casual-Restaurants der Preis längst nicht das einzige Thema sei: "Ambiente, Qualität und Service heben diese Kategorie von vielen Quickservice-Formeln ab." Die Preisbereitschaft der Menschen sei eben situationsabhängig: "Mal soll es der 1-Euro-Burger sein, mal das 300-Euro-Kobe Beef." Die digitale Speisekarte von LaBaracca helfe, die Ausgabebereitschaft der Gäste zu verstehen und zu stimulieren. "Es ging uns von Anfang an darum, Dinge systematischer anzugehen und logischer zu gestalten. Es gibt in Deutschland leider zu wenig Wettbewerb der Ideen." Bruno Marti, Head of Brand & Communications bei der 25 hours Hotel Company, brach dagegen eine Lanze für das Bauchgefühl: "Man muss auch mal etwas ausprobieren." Gleichzeitig reiche es nicht für eine starke Marke, sich ein Lifestyle-Etikett anzuheften. "Wir müssen einen Mehrwert für unsere Gäste schaffen."

In einem waren sich die Gesprächsteilnehmer einig - und schickten motivierende Worte an die zahlreichen anwesenden Studenten des im vergangenen Jahr eingeführten Studiengangs 'Hotel- & Restaurantmanagement': "Gute Mitarbeiter sind das wichtigste. Schwarze Zahlen zu schreiben, das geht im Gastgewerbe auch ohne Dumping-Löhne und Schwarzarbeit. Es geht um den Ruf der Branche als Arbeitgeber!"

Unternehmensberater Michael Toedt zeigte in seinem Vortrag 'Mass Customization - Wege der Umsetzung in der Hospitality-Industrie auf, wie vor allem Hotels mit individualisiertem und situationsbezogenem Marketing für Zufriedenheit und Gästebindung sorgen können. Wichtigster Hinweis: "Haben Sie Ihre Daten und IT im Griff!"Versandzeitpunkt, Ansprache und Inhalte von Marketing-Material sollten individuell zugeschnitten sein. "Dabei hilft die moderne Technik, zum Beispiel ein Überschneidungsmanagement, das verhindert, dass der Gast mit Kommunikation überfrachtet wird." 

food-service ist Medienpartner des Symposiums.

www.heilbronn-hospitality-symposium.de


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