Krankenhäuser

20 Prozent sind insolvenzgefährdet

Jede zehnte der knapp 1.900 allgemeinen Kliniken in Deutschland ist in den nächsten fünf Jahre nicht in der Lage wirtschaftlich zu überleben, besonders die westdeutschen Ballungszentren sind betroffen. So das Ergebnis des ’Krankenhaus Rating Report 2006’ der Unternehmensberatung Admed, Köln, und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, Essen, (RWI), das jetzt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht wurde. Grundlage der Studie sind die Wirtschaftsdaten von 347 der 1.868 allgemeinen Krankenhäuser in Deutschland. Würden zehn Prozent der schlechtesten Krankenhäuser geschlossen, bedeutete dies eine Entlastung der Krankenhausbranche, so die Marktforscher. Die ruinös geführten Häuser erwirtschafteten jährlich einen Verlust von 1,6 Mrd. € zu Lasten ihrer Träger. Würden die zu behandelnden Patienten auf die verbliebenen 90 Prozent der heute noch bestehenden Krankenhäuser verlagert, stünden weitere 3,3 Mrd. € pro Jahr mehr zur Verfügung, denn dadurch würden die übrigen Häuser bis zu zwölf Prozent besser ausgelastet sein. Ab 2010 ergäbe das eine Einsparvolumen von 4,9 Mrd. € pro Jahr. Nach Angaben der Studie sind derzeit 20 Prozent aller Krankenhäuser Deutschlands insolvenzgefährdet, 66 Prozent stehen gut da, und 14 Prozent liegen im mittleren Bereich. Aufgrund der Abrechnung über DRG-Fallpauschalen werde sich das Verhältnis jedoch zukünftig noch weiter verändern, da ab 2009 alle Krankenhäuser nach einheitlichem Preissystem abgerechnet werden. Ohne Marktbereinigung prognostizieren die Kölner lägen ab dem Jahr 2010 bis zu 30 Prozent aller Krankenhäuser finanziell im roten Bereich.



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