Studie

40 % des weltweiten Fischfangs weggeworfen

Fast die Hälfte des weltweit gefangenen Fischs wird weggeworfen oder nicht verarbeitet. Dies ergab eine soeben veröffentlichte, wissenschaftliche Studie unter Mitwirkung des WWF, die auf Daten aus 46 Nationen beruht. Die Autoren der Studie – ‚Defining and estimating global marine fisheries bycatch’ - fanden heraus, dass jedes Jahr mindestens 38 Mio. t Fisch nicht verwendet oder verarbeitet werden - das sind mindestens 40 % der gesamten Menge an gefangenem Fisch aus unseren Weltmeeren. Das Problem sind unselektive Fischerei-Methoden, bei denen Fischerflotten auch erhebliche Mengen anderen marinen Lebens fangen, den so genannten Beifang. Dieser wird ausselektiert und der nutzlose Rest verletzt, sterbend oder tot wieder ins Meer zurückgeworfen. Die Ergebnisse der soeben veröffentlichten Studie liegen weit über den vorherigen weltweiten Schätzungen. Besonders dramatisch ist die Fischerei auf Haie: Nur deren Flossen werden abgeschnitten und der Rest des Kadavers zurück ins Wasser geworfen. Dadurch werden 92 % des eigentlichen Fangs wieder in den Ozean entsorgt. Der Beifang kostet Zeit und Geld und trägt langfristig zur Überfischung der Weltmeere bei. Somit gefährdet er zum einen die zukünftigen Einkommen und Existenzen der Fischer selbst, zum anderen aber auch die Nahrungsversorgung weltweit. Viele Spezies sind bereits an den Rand des Aussterbens gedrängt, und auch in die sensible Balance des marinen Ökosystems wird drastisch eingegriffen. Dies kann der Konsument umgehen, indem er beim Einkauf auf das blaue MSC-Gütesiegel auf der Fischverpackung achtet, das weltweit einzig anerkannte Gütesiegel für nachhaltige Meeres-Fischerei. Produkte mit dem MSC-Siegel können bedenkenlos verzehrt werden, so der WWF. www.wwf.at Redaktion food-service World Wildlife Fund, Beifang, Überfischung, Ökosystem, MSC-Gütesiegel


stats