Dehoga

7 % für 70.000 neue Jobs

Zur Bundestagswahl 2005 ermäßigte Mehrwertsteuer für Hotellerie und Gastronomie gefordert. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer lehnt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) weiter ab. Als "Gift für die Konjunktur und falsches Signal" bezeichnete Dehoga-Präsident Ernst Fischer entsprechende Pläne von CDU/CSU am Donnerstag in Berlin. Statt die Mehrwertsteuer zu erhöhen, müsse endlich der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 % für Hotellerie und Gastronomie eingeführt werden. 70.000 neue Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie können so entstehen, wie eine Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm) ergab. "Das wäre ein echtes Beschäftigungsprogramm und eine gewinnbringende Investition in den Tourismusstandort Deutschland", sagte Fischer.



Fast alle Länder Europas haben bereits die positiven Wirkungen eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes erkannt: 21 von 25 EU-Mitgliedsländern wenden den ermäßigten Satz für die Hotellerie an. So beträgt der Mehrwertsteuersatz für Beherbergungsleistungen in allen Anrainerstaaten Deutschlands mit Ausnahme von Dänemark nur 3 bis 10 % (z.B. Luxemburg 3 %, Frankreich 5,5 %, Niederlande 6 %, Österreich 10 %). Die Hälfte der Mitgliedsstaaten gewährt darüber hinaus der Gastronomie die reduzierte Mehrwertsteuerrate.



In Deutschland gilt dagegen: Voller Satz für den Verzehr von Speisen und Getränken im Café, Bistro oder Restaurant, 7 % für Lebensmittel aus dem Supermarkt, aus Bäckereien und Metzgereien. "In Zeiten, in denen immer mehr Menschen ihre Mahlzeiten außer Haus einnehmen, lässt sich nicht nachvollziehen, warum es steuerlich ein Unterschied sein soll, ob die Gäste in unseren Betrieben essen und trinken oder ob sie die Speisen und Getränke im Lebensmitteleinzelhandel kaufen", machte Fischer deutlich.



"Auch Deutschland muss hier endlich die Chancen niedriger Steuersätze nutzen", appellierte der Dehoga-Präsident an die Politik. "Der reduzierte Mehrwertsteuersatz schafft Spielräume an der Preisfront und sofort für mehr Nachfrage, mehr Beschäftigung und mehr Wachstum. Nur mit einem effektiven Maßnahmen-Mix aus Senkung der Lohnzusatzkosten und steuerlicher Entlastung wird es gelingen, arbeitsintensive und konsumnahe Dienstleistungen auf dem regulären Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu machen und die Schattenwirtschaft einzudämmen. Das verstehen wir unter Vorfahrt für Arbeitsplätze."

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