3. Internorga Forum Schulcatering

Ab drei Euro fängt Qualität an

Im Fokus der dritten Auflage des Schulcatering-Forums während der Internorga Fachmesse in Hamburg standen vor allem Preis und Qualität. Die rund 350 Teilnehmer im CCH-Kongresszentrum wurden über den Status quo in Deutschland informiert und verfolgten eine spannende Live-Talkrunde zur Zukunft der Schulverpflegung mit all ihren Knackpunkten.

„Die Schulverpfleger müssen sich warm anziehen“, mahnte Claudia Zilz, Redakteurin der Ess-Klasse junior, gleich zu Beginn ihres Auftaktvortrags beim Forum Schulcatering in Hamburg. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Markts machen es Anbietern und Schulen zunehmend schwerer, die hohen Anforderungen an ein ausgewogenes und bezahlbares Schulessen zu erfüllen. Das zeigen aktuelle Umfrageergebnisse der Ess-Klasse junior zur Verpflegungssituation im Schulcatering 2012/2013. „Die Schulverpfleger wollen raus aus der Preisfalle“, so Zilz. „Aber bei der derzeit geltenden Mehrwertsteuer-Regelung und schwankenden Teilnahmerzahlen beim Essen bleibt die Lage brisant.“

Wege zu einem hochwertigen Angebot zu fairen Preisen präsentierte Prof. Ulrike Arens-Azevêdo von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, in ihrem Vortrag „Was darf ein Essen kosten?“ „Es gibt kaum etwas, das so emotional belastet ist, wie die Frage nach den Kosten“, sagt Azevêdo. Die erfahrene Dozentin machte insbesondere deutlich, dass die Einflussfaktoren wie Personal-, Betriebs- und Investitionskosten innerhalb Deutschlands stark schwanken. Sie fordert faire Löhne für geschultes Personal, um Schulverpflegung attraktiver gestalten zu können und mehr Schüler für das Essen zu begeistern. Ihr Credo: „Alles zwischen drei und vier Euro ist in Ordnung, alles darunter ist unanständig.“

Der Koch und Erziehungswissenschaftler Michael Thun analysierte in seinem Anschlussvortrag die Erfolgsfaktoren für ein erfolgreiches Verpflegungskonzept am Beispiel der Stadt Oldenburg. Über sein Beratungsunternehmen Esscooltur berät er Schulen sowohl bei der Umsetzung eines Businessplans als auch bei der sensorischen und hygienischen Qualität des Essens. „Qualität in der Schulverpflegung hängt auch mit dem Wohlfühlfaktor der Kinder zusammen“, ist Thun überzeugt.

Auch im Ausland werden stetig neue Konzepte zur Optimierung einer gesunden und ansprechenden Verpflegung vorangetrieben. Die Ernährungsrichtlinien der Stadt Zürich etwa haben es in sich: jeden Tag Obst und Gemüse, nur einmal pro Woche Fleisch und Frittiertes. Einblicke in die Menükennzeichnung des Züricher Catering-Unternehmen Menu and More gewährte Geschäftsführer Markus Daniel. „Die Energiebilanz unserer Kinder ist aus dem Gleichgewicht geraten“, sagt Daniel. Eine sinnvolle Kennzeichnung der Speisen sei somit wichtig, um Fachkräften und Eltern anschaulich zu erläutern, welche Angebote zu einer gesünderen Ernährung verhelfen. Bei Menu and More werden nicht nur zucker- und fettreiche Gerichte gekennzeichnet, sondern auch Ballaststofflieferanten und Speisen mit einem hohen Anteil an Kalzium und ungesättigten Fettsäuren.

In der Live-Talkrunde tauschten sich mehrere Experten über Knackpunkte und Zukunftsaussichten sowie über die Gefahr von Hygienemängeln wie während der Noroviren-Epidemie 2012 aus. Gemeinsam mit Claudia Zilz diskutierten: Stephan Dürholt, Sodexo, Rüsselsheim, Stefan Gerhardt, Mensa Wilhelm-Bracke-Gesamtschule, Braunschweig, Miriam Colombo, Elternkammer Hamburg, Prof. Dr. Günter Eissing, Technische Universität Dortmund, und Wulf Bödeker, Sprecher der 16 Vernetzungsstellen Schulverpflegung.

Dr. Christiane Petersen, Gründerin und Leiterin des ambulanten Therapieprogramms Moby Dick in Hamburg, machte klar: „Übergewicht macht unglücklich“. Die Moby Dick-Büros in ganz Deutschland bieten für Eltern und Lehrer eine Anlaufstelle, übergewichtigen Kindern mit gezielten Sport- und Kochkursen zu helfen.

Termin für das 4. Internorga Forum Schulcatering: 18. März 2014

http://internorga.com/

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