Burger King München

Ärger um Betriebsratswahl

Kontroverse bei Burger King in München: Mitarbeiter und NGG erheben massive Vorwürfe gegen das Unternehmen, die Gründung eines Betriebsrates zu behindern. Das Management weist die Anschuldigungen als haltlos zurück: „Burger King steht Betriebsversammlungen und Betriebsräten positiv gegenüber“, so Sprecherin Andrea Ungereit-Hantl. „Eine Behinderung der Wahlversammlung fand nicht statt.“ Das sieht Hussein Abdelhamid, Mitglied des Wahlvorstandes, anders: „Es herrscht ein Klima der Angst. Mitarbeiter wurden im Vorfeld der Wahlversammlung mit eMails eingeschüchtert, Ankündigungs-Plakate in den Restaurants entfernt. Außerdem versuchten Mitarbeiter aus der Hauptverwaltung massiv, die Versammlung zu stören und die Wahl des Vorstandes zu verhindern.“ Hintergrund: Am 11. April habe man in allen Münchener Burger King Restaurants Aushänge angebracht, die auf die bevorstehende Wahl hinwiesen. Diese seien teilweise – vermutlich von der jeweiligen Restaurantleitung – wieder abgehängt worden, so Abdelhamid. „Dabei ist es gesetzlich verboten, diese zu entfernen“, erklärt der Wahlvorstand. Dennoch kamen zur Wahlversammlung am 21. April rund 176 der 450 Münchener BK-Mitarbeiter, der Wahlvorstand sei mit großer Mehrheit gewählt worden. „Es herrschte eine aggressive Stimmung“, beschreibt Abdelhamid die Atmosphäre. „Die Leute aus der Verwaltung haben ihre Argumente in sehr komplizierten Formulierungen vorgetragen, die von vielen ausländischen Mitarbeitern gar nicht verstanden wurden“, klagt der Wahlvorstand, der seit 16 Jahren für das Unternehmen arbeitet und das Vorhaben, einen Betriebsrat zu etablieren, auf jeden Fall weiter verfolgen will. „Das geht jetzt seinen gesetzlich vorgeschriebenen Gang. Allerdings brauchen wir dafür von der Zentrale eine Liste der Wahlberechtigten, die uns immer noch nicht zur Verfügung gestellt wurde.“ Die Unternehmensleitung sieht dagegen keine Versäumnisse: „Burger King nimmt die Anliegen seiner Beschäftigten ernst“, so Ungereit-Hantl. „Wir kommen allen formalen, organisatorischen und gesetzlichen Vorgaben vorbehaltlos nach, die für die Gründung eines Betriebsrates und die laufende Betriebsratstätigkeit notwendig sind. Dazu gehört unter anderem, den Mitarbeitern geeignete Räumlichkeiten für die Wahl zur Verfügung zu stellen und ihnen die Teilnahme an Versammlungen dun Besprechungen zu ermöglichen. Deshalb haben wir am 21. April das BK-eigene Restaurant in der Chiemgaustraße für zwei Stunden geschlossen, damit die Wahl dort stattfinden konnte. Bei der Diskussion ging es weniger um die Gründung eines Betriebsrates an sich als darum, dass die Mitarbeiter der Verwaltung einen eigenen Betriebsrat möchten.“ Vorwürfe der NGG, es sei bereits früher zu Beeinträchtigungen der Betriebsratarbeit, unter anderem in Baden-Württemberg und Augsburg gekommen, weist Ungereit-Hantl ebenfalls zurück: „Grund für die Wahlanfechtungsverfahren bei bisher beanstandeten Betriebsratswahlen ist die Tatsache, dass dort jeweils Restaurant Manager in den Betriebsrat gewählt wurden. Der Restaurant Manager ist ein leitender Angestellter, der als Vertreter des Arbeitgebers in den jeweiligen Restaurants fungiert und von Gesetzes wegen nicht gleichzeitig Arbeitnehmervertreter sein kann. Im Interesse unserer Mitarbeiter sehen wir es als notwendig an, dass nur ein formal korrekt gewählter und damit rechtsgültiger Betriebsrat die Interessen aller Mitarbeiter vertreten kann.“ Burger King ist in Deutschland an über 600 Standorten vertreten. München zählt derzeit 18 Restaurants. Bundesweit gibt es 10 BK-Betriebsräte, die zum Teil für mehrere Restaurants zuständig sind. 2007 erlöste Burger King Deutschland geschätzte 710 Mio. Euro. www.burgerking.de


stats