Karstadt

Amtsgericht gibt grünes Licht

Das Amtsgericht Essen hat in dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der Karstadt Warenhaus GmbH den Insolvenzplan bestätigt. Jetzt bestehe nur noch eine 14-tägige Beschwerdefrist, in der mögliche Verfahrensfehler beanstandet werden können. Am 30. September läuft die Insolvenzzeit ab, am 1. Oktober soll der Investor Nicolas Berggruen die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH mit rund 25 000 Beschäftigten erhalten.

Nach einer Mitteilung des Insolvenzverwalters liegen jetzt alle Voraussetzungen für die Wirksamkeit des Kaufvertrages vor. „Nunmehr ist auch die letzte Bedingung, der Abschluss einer Vereinbarung des Vermieterkonsortiums mit dem Erwerber über die Vermietung der Kaufhausimmobilien, erfüllt. Die erforderlichen Unterschriften wurden geleistet", so der Insolvenzverwalter. Nach Rechtskraft der am Freitag verkündeten Entscheidung könnte das Insolvenzverfahren über die Karstadt Warenhaus GmbH aufgehoben werden.

Großes Aufatmen gab es bereits um die Mittagszeit, als das Bundesarbeitsministerium die Einigung zwischen Berggruen und den Gläubigern über die geforderten Mietsenkungen bestätigte. In einer Einladung zur Pressekonferenz hieß es, die Übernahme des Karstadt-Konzerns durch Berggruen sei "nunmehr durch alle nötigen Unterschriften bestätigt." Bei dem Treffen im Berliner Karstadt-Haus, an dem Berggruen, Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Ministerin Ursula von der Leyen teilnahmen, sagte Berggruen: „Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben. Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin."

Von der Leyen warnte jedoch vor verfrühter Euphorie. „Es ist ein großer Tag der Freude für Karstadt. Karstadt ist noch nicht über den Berg, aber mit Nicolas Berggruen gibt es eine reelle Chance, das Unternehmen wieder flottzumachen", so die Ministerin. Bis zuletzt tobte der Nervenkrieg: Um 11.20 Uhr waren endlich die letzten beiden Unterschriften von Highstreet eingegangen. Damit verzichtet das Vermieterkonsortium, dem rund 80 der 120 Karstadt-Häuser gehören, über mehrere Jahre verteilt auf insgesamt 400 Mio. € Mietkosten. „Alle, die ja sagen mussten, haben ja gesagt", hatte Berggruen bereits am Donnerstagabend erklärt.

Stichwort Gastronomie: Aufatmen auch für die Restaurants.

Das Warenhaus Karstadt und die Tochtergesellschaft Le Buffet zählen zusammen knapp 100 Betriebe mit etwas über 150 Mio. € Erlösen.

2009 wurden über 40 Betriebsstätten abgebaut, hauptsächlich in den geschlossenen Hertie-Häusern. Neueröffnete Fresh flow-Restaurants in Duisburg und Berlin versprechen eine gute Zukunft, will heißen, überproportionales Wachstum.

Generell gilt für die Warenhausgastronomie, dass sie unter den rückläufigen Frequenzen in den Häusern leidet – ein deutsches, ja europäisches Phänomen.

www.karstadt.de
www.lebuffet.de

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