Hamburg

An den Ganztagsschulen klemmt es bei den Mensen

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe registriert zufrieden, dass in der Hansestadt mittlerweile 65 Prozent der Schulkinder eine Ganztagsschule besuchen. Nach den Sommerferien sollen weitere 77 Grundschulen in den Nachmittagsunterricht starten. Bei der Ausstattung mit Kantinen geht es nicht ganz so flott voran.


Laut Meldung von Welt.de ist bei weitem nicht alle Schulen zum Beginn des Unterrichts die Mittagsverpflegung der Kinder gesichert. Im vergangenen Jahr wurden an 24 Grundschulen Mensen eröffnet. Bis zum Jahresende sollen laut Rabe noch einmal 70 dazu kommen.

Anfang 2012 hatte der SPD-Schulsenator Investitionen bis zu 100 Millionen Euro für den Bau von Schulkantinen angekündigt. Bis Ende 2014 sollten alle Hamburger Schule eine Nachmittagsbetreuung anbieten.

An den Standorten, an denen die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, sollen nun „Ersatzspeiseräume" eingerichtet werden. Das weckt Kritik:  „Senator Rabe versteckt die Probleme des Ganztags hinter Zahlen", kritisierte die Grünen-Schulpolitikerin Stefanie von Berg. Statt eines schmackhaften Essens würde an zahlreichen Schulen den Jungen und Mädchen "pappiger Kartoffelbrei mit Billigsoße" vorgesetzt. Die Grünen stünden zur Ganztagsschule, "aber das Motto Quantität statt Qualität überzeugt uns nicht", so von Berg.

In die gleiche Richtung zielt auch die CDU-Opposition. „Ein besonderes Augenmerk muss darauf gerichtet sein, dass der überhastete Ausbau nicht zu Lasten der Qualität geht", sagte die CDU-Schulpolitikerin Karin Prien. An zahlreichen Standorten fehlten nach wie vor die Kantinen und vielfach auch Fachkräfte. Die Kooperationspartner der Schulen müssten "unter schwierigsten Bedingungen arbeiten und könnten die Kinder teilweise nur aufbewahren".




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