Studie

Anti-Fat-Food gegen Überernährung

Im ‘Anti-Fat-Food‘ sieht die Studie ‘Future Food‘ des Zukunftsinstituts einen der wichtigsten Food-Trends der kommenden Jahre: „Galten die Strategien von Staat und Wirtschaft jahrhundertelang vor allem der Vermeidung von Hungersnöten und den damit einher gehenden Mangelerkankungen, so sind Ernährungspolitik und Lebensmittelindustrie heute mit einem ganz anderen Problem konfrontiert: mit partieller Überernährung und epidemischer Adipositas.“ Bereits im Jahr 2040 könnten nach Befürchtungen der WHO die Hälfte der Erwachsenen in entwickelten Ländern adipös sein. In Nordamerika und Europa sterben bereits jetzt jährlich eine halbe Million Menschen an den Folgen der Fettleibigkeit – Tendenz steigend. Als entscheidende Faktoren für Übergewicht macht die Studie Veränderungen bei Lebensmitteln, das Vielfältige, rund um die Uhr verfügbare Angebot, einen deutlichen Anstieg im Snackverhalten, den gestiegenen Konsum zuckerhaltiger Soft Drinks sowie die Zunahme der Portionsgrößen verantwortlich. Beispiel Softdrinks: Ihren Konsum hat TGI Global in einer internationalen Verbraucherstudie untersucht. Demnach zieht in 11 von 15 Märkten die Mehrzahl der Konsumenten kohlensäurehaltige Softdrinks Fruchtsäften oder Mineralwasser vor. Dagegen sei in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Polen das Trinkverhalten Ausdruck der nationalen Kultur. Hier trinken mehr als 80 % der Bevölkerung Mineralwasser. Mit 61 % sei der Anteil von Konsumenten kohlensäurehaltiger Süßgetränke in Deutschland sogar am niedrigsten von allen untersuchten Ländern. Allerdings ist diese Zahl steigend: Vor zwei Jahren habe nur jeder zweite Deutsche angegeben, Softdrinks zu konsumieren. Nicht nur Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Gesundheitspolitiker sind bei der Bekämpfung des Übergewichts gefragt, auch Gastronomie und Nahrungsmittelindustrie unternehmen nach Erkenntnissen des Zukunftsinstituts immer größere Anstrengungen, ihre Produkte hinsichtlich des Energie-Gehalts zu optimieren. Das Anti-Fat-Food schließe sich an die Light-Welle an, greife aber viel weiter: Allein McDonald’s konnte demnach durch die Reduktion des Fettanteils in seinen Salatsaucen Kalorienreduktionen von bis zu 80 % erreichen, ohne die Portionsgröße zu verändern oder geschmackliche Abstriche zu machen. Auch große Handelsketten hätten die Zeichen der Zeit erkannt und setzten zunehmend auch bei Frischeprodukten, Take-aways und Snacks auf ein leichteres Angebot. Optimale Nährwerte und ihre für Konsumenten leicht nachvollziehbare Kennzeichnung würden daher für ein immer wichtigeres Qualitätskriterium für Lebensmittel, auch als Möglichkeit für den Produzenten, seine Qualitätsphilosophie offen zu leben, das Upgrading seiner Produkte zu kommunizieren und damit das Vertrauen der Kunden zu sichern, so ein Fazit der Studie. Eine besondere Stellung im Kampf gegen Übergewicht komme insbesondere der ‘Hungermodellierung‘ zu, die durch Konsum natürlicher Lebensmittel, die besonders reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten sind sowie Anti-Fat-Produkte, die mit Eiweiß und einigen langsam zu verdauenden Fettsäuren angereichert werden, gesteuert werde. Da das Thema Essen im Überfluss einen Großteil der Menschen noch Jahrzehnte beschäftigen werde, erhöhe sich der Druck auf alle Akteure des Nahrungsmittelsektors, aktiv zu werden und nach vernünftigen Lösungen zu suchen, so die Studie abschließend. www.zukunftsinstitut.de www.tgisurveys.com

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