MoMA-Wiedereröffnung

Auch mit Top-Gastro

Das wieder-eröffnete Museum of Modern Art (MoMA) verfügt über drei Restaurants, doch keines davon ist Selbstbedienung. Im Gegenteil - das Spitzenrestaurant 'Modern' peilt bereits die Sterne an. Nach dreijähriger Umbauzeit und Gesamtkosten von 858 Mio. $ wurde am 20. November das MoMA wiedereröffnet. Schon um 4:30 Uhr hatten sich am Eröffnungstag die ersten Kunstfans eingefunden, und als endlich um 10.00 Uhr die Türen geöffnet wurden, war die Warteschlange auf über 5.000 angewachsen. Über 20.000 Besucher strömten an diesem Tag durch das neue MoMA, das jetzt über eine Fläche von 12.000 qm verfügt, etwa 50 % mehr als zuvor. Doch nicht nur die Kunst soll im MoMA die Sinne verwöhnen, auch kulinarisch hat Manhattans neuer Prachtbau einige Leckerbissen zu bieten, denn ein Gourmet-Restaurant und zwei Cafés zielen auf den Gaumen der Besucher. Alle drei Restaurants gehören zur Union Square Hospitality Group (USHG), deren Flaggschiffe sind das Union Square Cafe und die Gramercy Tavern. Gründer und Präsident ist Danny Meyer, der in seinem MoMA-Engagement auch eine neue Herausforderung sieht. "Wir müssen uns hier der Kunst und der Kunsterhaltung unterordnen, und das ist nicht immer so einfach", sagt er über die neuen Betriebe. Diese sind nämlich über das ganze Haus verteilt, doch kochen darf er wegen der Dünste nur im Keller. Sein Schmuckstück ist das 'Modern' im Erdgeschoss, das zusätzlich zum Museumszugang auch einen separaten Eingang an der 53 Straße hat. Das erlaubt unabhängige Öffnungszeiten und ermöglicht einen Restaurantbesuch ohne den teuren Museumseintritt von 20 $. Architektonisch ist das 'Modern' dem klaren Stil des MoMA angepasst. Elegant, weiträumig und von Licht durchflutet bildet es einen Übergang zwischen dem neuen Gebäude des japanischen Architekten Yoshio Taniguchi und dem alten MoMA. Taniguchi und dem Innenarchitekt Peter Bentel ist es gelungen, eine Synthese von beiden MoMA-Stilen zu bilden, ohne den eigenen Charakter zu verlieren. Vor allem die lange Marmor-Bar vor der Wein-Sammlung mit rund 2.200 Flaschen aus aller Welt ist beeindruckend. Das weitere Interieur besteht überwiegend aus dänischen Design-Möbeln. Das Modern hat 90 Plätze, die einen herrlichen Blick auf den Skulptur-Garten des Museums erlauben. Die vorgelagerte Bar verfügt über weitere 150 Plätze in der Cocktails, Weine und leichte Gerichte serviert werden. Chef des 200 Mitarbeiter starken Teams ist der Elsässer Gabriel Kreuther, der zuvor Küchenchef im Restaurant des Ritz Carltons am Central Park war. Innerhalb des Museums befindet sich im zweiten Stock das 'Cafe 2' mit 148 Plätzen, in dem Küchenchef Marc Alvarez mit einer feinen italienischen Küche den Begriff Cafeteria zu neuen Höhen führen will. Auf seiner Karte stehen typisch italienische Speisen, wie handgemachte Pizza und Pasta, Panini, Salate, Suppen und Nachspeisen. Neben dem 'Cafe 2' führt Alvarez auch das dritte MoMA-Restaurant. Das Dessert-Cafe 'Terrace 5' befindet sich im fünften Stock und bietet vor allem einen atemberaubenden Blick auf den Museums-Garten und die New-Yorker Skyline. Da dieser Betrieb am weitesten von der Küche entfernt ist, beschränkt sich das Angebot auf Kuchen, Torten und Eis sowie Sandwiches, Cocktails und Wein. Mit seiner insgesamt sehr anspruchsvollen Gastronomie folgt das MoMA dem gegenwärtigen Trend bei den berühmten US-Museen. Auch das New-Yorker Metropolitan Museum of Art, das Simithsonian in Washington und das County Museum of Art in Los Angeles haben ihre Gastronomie in die Hände von bekannten Upscale-Gruppen gelegt. Und so trifft Meyers USHG in diesem Marktsegment bereits auf erhebliche Konkurrenz. Führend sind bislang die Restaurant-Associates und die Patina Group, die zusammen schon über 20 Highend-Restaurants in Museen oder anderen öffentlichen Einrichtungen eröffnet haben. www.moma.org


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