Nährwertkennzeichnung

Aus für die Ampel

Das Europäische Parlament in Straßburg hat der Ampelkennzeichnung für Lebensmittel abgelehnt. In der ersten Lesung der neuen EU-Lebensmittelinformationsverordnung votierten die Abgeordneten gegen die Kennzeichnung von Lebensmitteln in den Signalfarben rot, gelb und grün.

Nach dem Votum des Parlamentes dürfen die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten die Ampel auch nicht national verpflichtend einführen. Die Industrie kann ihre Produkte weiterhin freiwillig mit der Ampel oder anderen grafischen Darstellungen zusätzlich kennzeichnen. Nach dem Votum der EU-Parlamentarier sind bei verpackten Lebensmitteln die Angabe des Energiegehaltes sowie der GDA-Zahlen (Guideline Daily Amount) für zehn Nährstoffe verpflichtend. Bislang waren die GDA-Angaben für sieben Nährstoffe gefordert.
Während der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde das Aus für die Ampel als „Sieg der Vernunft“ begrüßt, äußern sich Verbraucherverbände und Krankenkassen, wie zum Beispiel die Interessenvertretung der Innungskrankenkassen IKK kritisch: „Das wird sich bei der Bedeutung der Ernährung für Wirtschaft und Gesellschaft auf Dauer als Bumerang erweisen“, sagt Rolf Stuppardt, Geschäftsführer des IKK. Auch der BLL ist von der neuen Verordnung nicht gänzlich überzeugt. Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Horst moniert die Erweiterung der Kennzeichnungspflicht um drei weitere Nährstoffe: „Zu viele Angaben verwirren den Verbraucher eher als dass sie ihn besser informieren.“ Als zu weitgehend rügt Horst auch das Votum für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Zutaten bei verarbeiteten Lebensmitteln.

http://www.europarl.de 

stats