Schulessen in NRW

Befragung zeigt Defizite

Angeregt durch die Landeselternschaft (LE) der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen nahmen kürzlich 45 Schulen an einem Auskunftsverfahren zur Speisenqualität ihres Schulessens teil. Die Einsendungen wurden von Prof. Dr. Volker Peinelt am Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein ausgewertet. Das Ergebnis zeigt noch viel Verbesserungspotenzial.

Die von der Landeselternschaft (LE) und der Hochschule Niederrhein gemeinsam durchgeführte Befragungsaktion sollte einen Überblick über die Speisenqualität an möglichst vielen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen (NRW) bieten. Von insgesamt 570 Gymnasien, die in der LE NRW organisiert sind, nahmen schließlich 45 Schulen die Herausforderung an, im Rahmen einer nicht kontrollierten Selbstauskunft die eigene Schulverpflegung zu bewerten. Trotz guter Ergebnisse in den Bereichen Lagerung, Speiseplan, Essensausgabe, Speisesaal, Geschirr und Entsorgung, hätten 80 Prozent der Gymnasien unter realen Prüfungsbedingungen nicht die von Prof. Peinelt geforderte Zertifizierungsreife erreicht.

Interessierte Schulen können in dem von der Hochschule Niederrhein und der Verbraucherzentrale NRW entwickelten Zertifizierungsverfahren bis zu drei Kochmützen erhalten. Der Ernährungswissenschaftler vergibt das Zertifikat der Kochmützen aber nur dann, wenn neben einer bestimmten Punktzahl alle „Kategorie-3-Fragen“ mit Ja beantwortet werden. Diese K.O.-Fragen zielen beispielsweise auf die Vollwertigkeit der Speisen, Hygienekonzepte, Warmhaltezeiten, Reklamationsmanagement oder Arbeitssicherheitskonzepte. „Wenn eine dieser Anforderungen nicht erfüllt wird, kann dies gravierende Folgen haben“, sagt Peinelt. Zum Beispiel gebe es in über 50 Prozent der Schulen keine Regelung, wie mit Beschwerden umzugehen ist. „Wie soll dann die Qualität verbessert werden?“, fragt der Wissenschaftler. Noch schwerwiegender ist ein fehlendes Hygienekonzept, insbesondere beim Personal, was nicht selten der Fall war.

Nur zwei der acht Schulen könnten im aktuellen Test aufgrund des Auskunftsverfahrens mit Kochmützen rechnen. Das Gymnasium Am Ölberg in Königswinter stellte eine erfreuliche Ausnahme dar: Es erfüllte alle Anforderungen in hervorragender Weise und wäre, eine bestandene Überprüfung vorausgesetzt, mit drei Kochmützen ausgezeichnet worden.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse und weitere Informationen zum Zertifizierungsverfahren finden sich auf den Seiten der AG-Schulverpflegung der Hochschule Niederrhein.

http://www.ag-schulverpflegung.de/



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