GV-Barometer 2013

Betriebe haben mehr Geld für Investitionen

Den Betrieben der Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland steht für 2013 ein höheres Investitionsbudget zur Verfügung als im Vorjahr. Allerdings planen nur noch 44 Prozent der Betriebe größere Neuanschaffungen – ein Rückgang um 7 Prozent im Vergleich zu 2012. Zu diesem Fazit kommt das diesjährige GV-Barometers 2013, das Marktforscher Prof. Dr. Wolfgang Irrgang in Hamburg vorstellte. Die repräsentative Studie untersucht anlässlich der größten Gastronomiemesse Europas, der Internorga, bereits zum 12. Mal das Innovations- und Investitionsklima in der Gemeinschaftsgastronomie.

Im Fokus der diesjährigen Umfrage stand zudem erstmals, wie man das Wegwerfen von Lebensmitteln weiter verringern kann. De facto fallen bei einem Drittel der GV-Betriebe täglich Essensreste an, die größtenteils in der Tonne landen. Dabei werden häufiger Lebensmittel bei kleineren Betrieben (unter 500 warme Essen pro Tag) weggeworfen als bei größeren Betrieben mit 1.000 warmen Essen pro Tag. Die Befragten sehen an dieser Stelle auch die Hersteller in der Pflicht und fordern kleinere Verpackungsgrößen, um Restmengen zu vermeiden sowie insgesamt gezielter kalkulieren zu können – für viele Einrichtungen die wichtigste Maßnahme, um Abfälle zu vermeiden.

Was die Investitionen angehe, würden viele Betriebe auf Sicht fahren, sagte Marktforscher Prof. Irrgang, könne man doch 2013 aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage bedingt durch die Euro-Krise nicht wirklich planen. Dennoch wollen 51 Prozent der befragten GV-Betriebe 2013 investieren. Haben 2011 die Betriebe noch deutlich mehr Investitionspläne angegeben, sind in der erneuten Abfrage viele schon ein großes Stück weiter und haben teilweise Investitionen bereits getätigt,  resümierte Prof. Irrgang. Sowohl bei den Betriebsrestaurants als auch bei den Kliniken und Heimen stehen Ausstattungen zum Kochen und allgemeine Ausstattungen (Bestecke, Geschirr) an erster Stelle. Bei den Betriebsrestaurants liegen die Anschaffungspläne in mehreren Bereichen unter denen für 2012.

Rund die Hälfte der investitionsbereiten GV-Betriebe rechnen für 2013 mit Anschaffungen in Höhe von 50.000 Euro und mehr. Damit bewegen sich die Betriebsrestaurants deutlich über Vorjahresniveau (2012: 33%). Der Anteil der investitionsbereiten Betriebsrestaurants ist also leicht zurückgegangen, die Investitionsbudgets sind aber deutlich gestiegen. Ähnlich verhält es sich im Care-Bereich. Hier wird der Rückgang allerdings nicht mit einem höheren Budget ausgeglichen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich jedoch das Investitionsklima verbessert. 56 Prozent der GV-Betriebe bewerten das Investitionsklima als gut (2012: 48%).  

Bei Umstrukturierungen greifen GV-Betriebe vor allem auf Maßnahmen des Personalabbaus und der Zentralisierung der Essenzubereitung zurück. Das gilt für den Care-Bereich stärker als für den Business-Bereich. Während 54 Prozent der Kliniken und Heime in letzter Zeit Personal abgebaut haben, dies planen oder darüber nachdenken, liegt dieser Wert bei den Betriebsrestaurants nur bei 42 Prozent.

Unverändert gut ist die Ausgangssituation für die Einführung neuer Produkte in der GV. So bekundet über die Hälfte der Befragten ein großes Interesse an Produktinnovationen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Bei allen GV-Betrieben stehen die Aspekte Qualität, Gesundheitsorientierung, Geschmack, Optik und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Nachgefragt werden vor allem Fischgerichte, Gemüse, Teigwaren als Hauptgericht, Geflügel sowie Fleischgerichte.

Für die repräsentative Umfrage GV-Barometer 2013 hat Marktforscher Prof. Wolfgang Irrgang zwischen dem 5. und 16. November 2012 in insgesamt 309 GV-Betrieben die Entscheidungsträger im Verpflegungsbereich (in der Regel die Küchenleiter) befragt. Dazu zählten 147 Betriebsrestaurants sowie 162 Betriebe aus dem Care-Bereich, davon 86 Krankenhäuser, Sanatorien und Reha-Kliniken sowie 76 Seniorenheime.

www.internorga.com


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