Studie

Bio bietet erhebliches Wachstumspotenzial

Fast 80 % der Deutschen sind bereit, für Bio-Lebensmittel mehr Geld auszugeben als für konventionelle Produkte. 38 % würden sogar einen Preisaufschlag von mehr als zehn Prozent hinnehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die den Markt für Bio- und Fair-Trade-Produkte untersucht. Die Autoren bescheinigen dem Markt erhebliches Wachstumspotenzial. Trotzdem greifen gegenwärtig nur 37 % der Verbraucher beim Einkauf häufig oder immer zu Bio-Waren. Die Autoren führen dies auf ein noch begrenztes Angebot und unklare Vorstellungen beim Verbraucher zurück. „Viele wissen gar nicht, was 'Bio' konkret bedeutet“, sagte Peter Schommer, Partner bei Ernst & Young. Die Vielzahl von Biosiegeln erschwere den Überblick noch. „In der Wahrnehmung vieler Verbraucher vermischen sich Begriffe wie Bio, Öko oder Fairtrade.“

Auf die Frage nach einer Bio-Marke wurde nur Demeter von mehr als 10 % der Befragten genannt. „Das zeigt, dass es derzeit noch keine Marke gibt, die sich im Bio-Segment durchsetzen konnte“, so Schommer. Hier läge eine große Chance für Produzenten und Händler, das Image von Bio-Produkten zu fördern und durch gezielte Werbung zu unterfüttern.

Das Interesse der Deutschen an Bio-Produkten zieht sich der Studie zufolge durch alle Einkommensschichten. Vor allem bei Gemüse, Obst und Fleisch greifen sie bevorzugt zu Bio-Produkten. Beliebteste Einkaufsquelle für Bio-Waren sind derzeit die Hofläden, gefolgt von Supermärkten. Dabei sei es wichtig, dass der Händler nicht weiter als fünf Kilometer von der Wohnung entfernt ist.

Im Markt für Bio-Lebensmittel rechnet Ernst & Young mit starken Zuwachsraten: „Es ist gut vorstellbar, dass der Marktanteil von derzeit 10 auf 30 % im Jahr 2020 steigt“, prognostiziert Schommer. Im Jahr 2006 wuchsen die Umsätze mit Bio-Produkten um 18 % auf 4,8 Mrd. €. Fürs 1. Halbjahr 2007 melden die Marktforscher ACNielsen Umsatzsteigerungen von 41 % gegenüber dem Vorjahr.

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