Dehoga

Branche pessimistisch wie seit 2002 nicht mehr

Schlechte Stimmung bei Deutschlands Gastronomen, so das Fazit des Dehoga-Bundesverbandes in seinem gestern vorgestellten Branchenbericht. Demnach erwarten gut die Hälfte der Wirte für diesen Sommer Ertragsrückgänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Schuld: das in immer mehr Bundesländern eingeführte Rauchverbot und die steigenden Energiekosten. Die Umsatz- und Ertragssituation des Gastgewerbes hat sich im Winterhalbjahr 2007/08 insbesondere in der Gastronomie deutlich verschlechtert. 51,5 % der Gastronomen mussten Umsatzeinbußen hinnehmen (Vorjahr 34,1 %), so das Ergebnis des 20. Branchenberichtes. Nur 22,4 % der 1.400 befragten Gastronomen schätzten ihre Geschäftslage im Winterhalbjahr als gut ein. Nur jedem fünften Betreiber (21,9 %) eines Cafés, eines Restaurants oder einer Kneipe gelang es, seine Umsätze zu steigern (Vorjahr 35,2%). Insbesondere die Ertragssituation ist in der Gastronomie kritisch. Bereits im Vorjahr hatte fast jeder zweite Gastronom hier einen Rückgang zu beklagen (45,1%). In diesem Jahr sind es sogar fast zwei Drittel der Betriebe (65,8%). Dies ist das schlechteste Umfrageergebnis seit dem Jahr 2002. Zuversicht herrscht nur bei wenigen Gastronomen. Die Anzahl der Umsatzpessimisten ist mit 38,8 % fast doppelt so hoch wie im Vorjahr (21,8 %). Nur 26,3 % erwarten eine Umsatzsteigerung (Vorjahr 38,9%). Für den Sommer 2008 rechnet jeder Zweite mit geringeren Erträgen (Vorjahr 33,1%) und nur 17,0% glauben an Ertragssteigerungen (Vorjahr 26,6%). Insbesondere in der getränkegeprägten Gastronomie seien die Auswirkungen der Rauchverbote deutlich spürbar „Die anhaltende Konsumflaute, explodierende Energiekosten und der Preisschub bei den Lebensmitteln machen unserer Branche schwer zu schaffen“, sagte Dehoga-Präsident Ernst Fischer. „Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei Sozialabgaben und Steuern endlich einen konsequenten Entlastungskurs einschlägt.“ Für eine personalintensive Branche wie das Gastgewerbe habe die Entlastung des Faktors Arbeit oberste Priorität. Der aktuelle Branchenbericht beruht auf der Befragung von 3.000 Unternehmen im April/Mai 2008. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Geschäftslage im Zeitraum Oktober 2007 bis März 2008 sowie die Geschäftserwartungen für die Monate April bis September 2008. Der komplette Branchenbericht Winter 2007/2008 steht kostenfrei zum Download zur Verfügung. www.dehoga.de


stats