Fondation Cartier

Brot Couture von Gaultier

Buchstäblich zum Anbeißen präsentiert sich die Mode von Desginer Jean-Paul Gaultier derzeit in der Pariser Fondation Cartier pour l’art contemporain. Die Mode aus Brot – oder besser: Pain Couture – verbindet zwei Handwerke: die Bäcker produzieren im Untergeschoss in von Gaultier entworfenen Roben frisch Brot und Kuchen, während daraus ein Stockwerk höher nach Skizzen des Meisters Brot Couture entsteht, die sich immer wieder unvorhersehbar verändert. Rund 20 Ausstellungsstücke, darunter Kleider aus Keksen, ein Reifrock aus runden Brotlaiben und Tasche und Schirm aus Brotteig, schmücken die Glasfassade der Fondation Cartier. Die Ausstellung zeigt den gesamten Entstehungsprozess vom Teig Kneten über misslungene Versuche bis zum Fashion Baking. Die Idee zu der außergewöhnlichen Schau hatte der Londoner Designer und Architekt Soued Nemlaghi. Er überredete Gaultier zu dem Projekt. „Während der Vorbereitungen entdeckte ich mehr und mehr Gemeinsamkeiten zwischen Mode, dem Prozess des Nähens und dem des Backens“, erinnert sich der Franzose. „Brot ist ein Grundnahrungsmittel, aber es gefällt mir auch als Material: Es ist von Menschen gemacht, aber wir können nicht alle seine Reaktionen im Backprozess kontrollieren. Die ausgestellten Stücke sind die Ergebnisse der Fähigkeiten von Bäckern und Modemachern, ebenso wie des Widerstands des Materials, seiner unvorhersagbaren Reaktionen.“ Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm, unter anderem Konzerte und Workshops für Kinder, und ist noch bis zum 10. Oktober zu sehen. Die Brotkunst gibt es auch zum Mitnehmen: Im Bakery-Shop stehen Desginer-Baguettes und -Kuchen von Jean-Paul Gaultier zum Verkauf. www.fondation.cartier.com

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