Marktforschung

Campusgastronomie 2002

Mit einem Gesamtumsatz ohne Subventionen von über 262,0 Mio. EUR im Jahr 2002 - soll heißen einem Umsatzzuwachs von 5,1 Mio. EUR - steigerten die 712 Einrichtungen der 61 deutschen Studentenwerke ihren Umsatz um rund zwei Prozent und produzierten etwa 81,6 Millionen Essen (Vj. 78,8 Mio.). Die in vielen Einrichtungen feststellbare Umwandlung von konventioneller Mensakapazität in multifunktionale Verpflegungseinrichtungen à la ‘Menseria‘ wirft die althergebrachten Einheiten ‘Mensa‘ und ‘Cafeteria‘ endgültig über den Haufen. Effizientere, kleinere Gastronomieeinheiten mit Kombiangeboten von Menü bis Snack plus integrierter Cafebar geben die Richtung vor, in die sich die Mensen entwickeln. "Die Studentenwerke reagieren damit auf die in der Hochschullandschaft und im Ernährungsverhalten veränderten Bedingungen durch Fortsetzung ihrer Modernisierungs- und Neustrukturierungsmaßnahmen", erklärt Gabriele Saremba, Referatsleiterin im Deutschen Studentenwerk, Bonn. Blickt man hinter die Kulissen unseres Campusrankings, so wird eines deutlich: Große Umsatzschwankungen gegenüber dem Vorjahr lassen sich größtenteils durch begonnene oder abgeschlossene Modernisierungs- und Sanierungsprojekte begründen. Aber auch Faktoren wie die Euroeinführung, die Jahrhundertflut (Beispiel: Dresden) und Universitätsrankings in renommierten Publikumszeitschriften (Stern, Spiegel, ...) haben direkte Auswirkung auf Umsätze und Studierendenzahl. Den größten Entwicklungssprung machte das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau mit einem Umsatzplus von 25,1 Prozent, durch den es gleich um vier Plätze auf Rang 53 aufsteigen konnte. Wiederholter Aufsteiger unseres Top 61-Rankings der Campusgastronomie ist das Studentenwerk Frankfurt am Main, das im Vergleich zum Vorjahr seinen Gesamtumsatz (ohne Zuschuss) um 19,7 Prozent auf 6,8 Mio. EUR steigern konnte und somit von Platz 14 auf Platz sechs des Rankings aufrückte. Damit kletterte es seit dem Jahr 2000 von Platz 21 (Umsatz 5,0 Mio. EUR) stetig nach oben. Danach folgen die Studentenwerke Freiberg mit einem Umsatzplus von 15,1 Prozent, Koblenz (+9,9 %) und Hamburg mit 8,7 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2002 kam es auch zu Synergie schaffenden Verschlankungen durch Zusammenführung von Wirtschaftseinheiten, wie etwa der Fusion der Studentenwerke Duisburg und Essen, wodurch sich die Zahl der Studentenwerke auf 61 minimierte. Positiv ist, dass die Essenzahlen in vielen Studentenwerken erhöht werden konnten. Da nicht mehr alle Studentenwerke die klassischen Essenportionen erfassen, können die Zahlen nur noch geschätzt werden. Dazu Saremba: "Eine Auswertung der uns vorliegenden Daten hat ergeben, dass im Sommersemester 2002 etwa 81,6 Mio. Essen ausgegeben wurden (Vj. 78,8 Mio.)." Die Preisspannen für Menüs variierten dabei zwischen 1,30 und 3,20 EUR. Veränderte Ausgabesysteme und Angebotsformen machen die Ermittlung eines Durchschnittsbons schwierig, weshalb dieser Wert über den Zahlenspiegel des Deutschen Studentenwerks nicht mehr ermittelt wird. Die Zahl der Tischplätze hat sich insgesamt geringfügig auf 201.495 Plätze erhöht. Damit stehen für 100 Studierende im Durchschnitt 10,9 Plätze zur Verfügung. Die Bandbreite reicht bei den Platzkapazitäten von 6,8 Plätzen für 100 Studierende in Köln bis zu 22,1 Plätzen in Frankfurt/Oder. Mehr über das Ranking der deutschen Campusgastronomen lesen Sie in der Oktoberausgabe der gv-praxis. Pet




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