Frankfurt

CigköfteM eröffnet 9. Filiale in Deutschland

Vor gerade einmal einem Jahr feierte die türkische Kette CigköfteM mit der Eröffnung der Filiale Köln-Mülheim ihre Deutschland-Premiere. Nur zwölf Monate später ist in Frankfurt bereits Nummer 9 an den Start gegangen. Das Fast Food-Unternehmen verlässt sich dabei auf die Zugkraft eines einzigen Produkts: Cigköfte – vegetarische Weizen-Bällchen.

1993 startete das Unternehmen mit Sitz in Istanbul auf dem Heimatmarkt. Mittlerweile ist CigköfteM in der Türkei mit 150 Filialen eine der erfolgreichsten Fast Food-Ketten. Trotz Multiplikation hat die traditionelle Zubereitung der Cigköfte Bestand. Alles wird täglich frisch zubereitet. Dem Franchisenehmer, der Ware vom Vortag verkauft, drohen hohe Vertragsstrafen.

Die Speisekarte von CigköfteM lässt sich mit einem Blick erfassen. Im Wesentlichen geht es für die Gäste darum, sich für eine Portionsgröße zu entscheiden: 10, 15 oder 20 Köfte. Dazu werden dünne Fladenbrote, Eisbergsalat, Minze, Zitrone und als Dip eine Granatapfel-Sauce gereicht. Daneben gibt es noch eine fleischhaltige Variante und die amerikanisierte Version im Burgerbrötchen (genannt Burgem). Die Adaption von Fladenbrot zum Bun brachte das erste New Yorker Outlet der Kette auf die Erfolgsspur. Und so schaffte der Burgem auch den Sprung auf die deutschen Speisekarten.
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Das Produkt Cigköfte, das übersetzt ‚rohe Frikadelle’ bedeutet, ist eine traditionelle Speise der Osttürkei, die üblicherweise zu großen Familientreffen auf den Tisch kam. Über Nacht muss das Weizengrieß eingeweicht werden und schließlich für ein bis zwei Stunden geknetet werden, bis die Masse die gewünschte Konsistenz hat. Für die geschmackliche Abrundung sorgen bei CigköfteM Tomatenmark, Chili und 18 Gewürze. Als Alltagsgericht waren die Weizenfrikadellen aufgrund des hohen Zubereitungsaufwands untauglich – bis CigköfteM in die Presche sprang und aus einem Nischenprodukt einen Bestseller machte.

Für die türkischen Kunden ist Cigköfte auch in Deutschland vor allem eine gesellige Speise geblieben. „Die umsatzstärkste Zeit ist bei uns der Abend“, berichtet der Frankfurter Franchisenehmer Ali Ülger. „Auf ihrem Heimweg schauen die türkischen Kunden nur kurz rein und nehmen Cigköfte-Sets zum Snacken zuhause mit.“ Doch während die meisten Outlets in der Türkei allein aufs Take-away-Geschäft setzen und keine Sitzgelegenheiten anbieten, entschieden sich Ülger und sein Partner Burc Recep Ak für ein Imbiss-Lokal mit ca. zehn Sitzplätzen. „Durch die Nähe zum Bankenviertel können wir auch viele Angestellte anziehen, die bei uns ihre Mittagspause verbringen“, sagt Ülger, der sich darüber freut, wie gut die türkische Speise auch bei deutschen Gästen ankommt. Immer wieder lädt er vorbeiziehende Kunden, die Cigköfte noch nicht kennen, zum Probieren ein. Eine kleine Kostprobe gibt es gratis. In den ersten beiden Wochen habe das Verhältnis von Landsleuten aus der Türkei und deutschen Gästen bei etwa 60:40 gelegen, schätzt er. Das sei ungewöhnlich. Andere Filialen in Deutschland leben überwiegend von der türkischen Kundschaft.

Bevor sie ihren Franchise-Vertrag unterzeichneten, unternahmen die beiden Jung-Unternehmer mehrere Ausflüge zu bereits bestehenden Outlets der Kette in Deutschland. „Wir wollten uns vergewissern, dass das Geschäft wirklich so gut läuft, wie das Unternehmen in der Türkei beteuerte“, berichtet Ülger. Nachdem ihr Entschluss feststand, kam ein unerwarteter Wettlauf auf Ülger und Ak zu. „Wir waren nicht die einzigen, die den Standort Frankfurt in Istanbul vorgeschlagen hatten“, sagt der Neu-Gastronom, der nebenbei in Friedberg Logistik studiert. Den Zuschlag erhielten Ülger und Partner schließlich für ihren Wunschstandort in der Münchener Straße, in der türkische Kleinunternehmen und Lokale dominieren. Mit dem gewonnenen Rennen gegen die anderen Bewerber fiel ihnen auch das Gebietsrecht für Frankfurt zu. „Wenn es eine zweite Filiale geben soll, dann haben wir den ersten Anspruch“, so Ülger. 

Neben dem Vor-Ort-Geschäft zeichnet sich bei den Frankfurtern bereits nach zwei Wochen ein zweites Standbein ab. Mit der Belieferung von privaten Veranstaltungen lässt CigköfteM die Speise an ihren Ursprung zurückkehren. Den ersten Auftrag haben Ülger und Ak bereits gemeistert. Am zweiten Wochenende nach Eröffnung belieferten sie eine Hochzeit mit 20 kg Cigköfte. „Solche Aufträge haben den großen Vorteil, dass die Volumina feststehen“, erklärt Ülger. Für das Tagesgeschäft hingegen muss die Menge bereits am Morgen vorproduziert sein. Alles was überbleibt, wird entsorgt. „Mit der Zeit wird die Kalkulation leichter fallen“, erwartet der 33-Jährige. Etwa 30 kg Cigköfte müssen pro Tag verkauft werden, um wirtschaftlich zu arbeiten. Der Frankfurter Laden spielte dieses Ergebnis schon in den ersten Tagen ein. Am Eröffnungstag wurden 120 kg verkauft.

www.cigkoftem.com
http://www.cigkoftem-frankfurt.com

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