Berlin

'Club der Aktionäre' eröffnet am 1. Dezember

Nach vierjähriger Vorlaufzeit öffnen sich am 1. Dezember in Berlin die Tore des 'Goya'. Der 'Club der Aktionäre', wie das Projekt bereits genannt wird, will in der Hauptstadt eine neue Art von Ausgehkultur schaffen. Trinken. Tanzen. Essen. heißt das Motto der avantgardistischen XXL-Location, die nach dem spanischen Maler Francisco de Goya benannt wurde und im ehemaligen Metropoltheater am Nollendorfplatz ihr Zuhause fand. Außergewöhnlich ist bereits das Ambiente: Der Architekt Hans Kollhoff entwarf für Goya einen gewaltigen ovalen Saal, ganz in weiß, mit 15 Metern Deckenhöhe und zwei Balkonebenen. Auf 2.600 qm vereint der noble Club (Kapazität: 2.000 Gäste) einen Tanzsaal, drei Lounges, drei Cocktail-Bars, Tapas-Bar und Restaurant. Aitor Elizegi, ein baskischer Sternekoch, verantwortet die Küche. Abends serviert er an langen Tischen das 'Txoko' (sprich: tschoko), ein baskisches Abendmahl. Der kulinarische Spaß wird für 35 €, der Club-Eintritt für 10 € zu haben sein. Drei Abende in der Woche, von Donnerstag bis Sonntag, fungiert das Goya als Club. Von Sonntag bis Mittwoch will sich der 135 Mitarbeiter zählende Betrieb als Eventlocation einen Namen machen. Zehn Millionen schwer ist das Projekt des Initiators und Gastronomen Peter Glückstein (Bar am Lützowplatz). So außergewöhnlich wie das Konzept ist auch die Art der Finanzierung: Der Club finanziert sich hauptsächlich über den Verkauf von Aktien. Mehr als 2.300 Interessierte haben bisher Pakete zu jeweils 1.980 oder 3.960 € gezeichnet. Unter ihnen finden sich viele Prominente, so der Maler Markus Lüpertz, die Schauspieler Thomas Kretschmann, Dominic Raacke und Muriel Baumeister sowie der Unternehmer Heiner Kamps. Wer zahlt, erhält lebenslang freien Eintritt, hat Zugang zur exklusiven Aktionärslounge und partizipiert von einer möglichen Rendite. Glückstein will mit dem Konzept vor allem Leute ab 30 Jahren ansprechen, die sich für Techno zu alt und für Tanztee zu jung fühlen. Er will zwar einen noblen Club, aber nicht exklusiv nur für die 'Reichen und Schönen' da sein. Kenner der Berliner Szene beurteilen die Erfolgsaussichten des zweifellos ambitionierten gastronomischen Projektes zwiespältig: Die einen sind begeistert, die anderen der Meinung, dass es ein so schicker Club in Berlin schwer haben wird. O-Ton eines Insiders: „Wir sind hier doch nicht in München.“ www.goya-berlin.de

stats