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Curriculum für Führungskräfte der Systemgastronomie

Das erste Seminar im Curriculum für Führungskräfte an der Universität Witten / Herdecke vom 9. bis 11. März 2002: draußen frühlingshafte 20 Grad, drinnen 27 Seminaristen aus vier Ländern mit Teilnehmern aus allen deutschsprachigen Ländern(Deutschland, Österreich, Schweiz) und aus den Niederlanden.

Die Vielfalt der vertretenen Großunternehmen spiegelte den hohen Stellenwert der Veranstaltung wieder: Vertreten waren die Platzhirsche der Branche von McDonald’s, Burger King über Nordsee und Karstadt bis hin zum Zürcher In-Konzept "Letten". Aber auch das Bochumer Traditionsunternehmen "Mutter Wittig" war mit dabei. Ebenso weit war das Feld beruflich gesteckt: vom Projektmanager bei der Köln-Arena über die Restaurantleiterin bei Whitbread-Maredo bis zum Direktor Training und Personalentwicklung bei McDonald’s.

Mit hohen und sehr unterschiedlichen Erwartungen startete dementsprechend die Eröffnungsrunde. Genannt wurden: über den Zaun schauen, Erfahrungsaustausch, Praxisrelevanz, Erfolgsrezepte für die schnellwachsende Branche, konkrete Geschäftszahlen, Führung, Teambuilding, Motivation, Kontakte in der Branche, Reflexionszusammenhang mit der UWH, Partizipation am Mentorenfirmenkonzept der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft sowie neue Impulse bekommen.

Dies bedeutete hohe Anforderungen an die Referenten und Organisatoren der Veranstaltung. Mit Christopher Muller, dem Interim-Director des Center for Mulit-Unit-Restaurant Management der University of Central Florida in Orlando/USA und Rudi Wimmer, Lehrstuhlinhaber für Führung und Organisation an der Universität Witten/Herdecke waren zwei erfahrene Dozenten angetreten. Beiden gelang es, ein umfangreiches Themenspektrum aufzufächern. Der Samstagabend stand ganz im Zeichen der Einführung in die Entwicklung und in die Segmente des US-Restaurant Marktes sowie Hinweise auf neue Entwicklungen im europäischen Restaurant-Business. Damit wurde das Umfeld des Gastronomiemarktes abgesteckt. Am Sonntag ging es um Abläufe in den Unternehmen selbst. Thema war nun: "Wachstum von Restaurantketten erfolgreich gestalten" und "Lebenszyklen von Restaurantunternehmen". Der Nachmittag ging dann auf die Rolle der Führungspersönlichkeit in der Systemgastronomie ein. Vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Erfahrung hat Chris Muller für deren spezifische Herausforderungen die Parabel des "Feuerwehrmanns" mit den Teilnehmern diskutiert.

Kultivierung des Kostbaren: Für viele Teilnehmer war einer der Höhepunkte der Veranstaltung der Sonntagabend. Ein Team um die Künstlerin Sonja Alhäuser hatte zum "Blick über den Zaun" geladen. Sonja Alhäuser arbeitet mit Blätterteig, Schokolade, Marzipan, Hackfleisch, Butter, und ähnlichem wie andere Bildhauer mit Bronze, Marmor oder Stahl. Das Ergebnis sind eßbare Skulpturen, die nicht nur den Appetit, sondern auch den Geist anregen. Es werden soziale Prozesse, Wahrnehmungsaspekte, Rezepturen und Herstellungsverfahren rund um das Essen visualisiert und in einer künstlerischen Form- und Bildsprache gespiegelt. Dabei wird selbst die Serviette zu einem Kunstwerk, welches die Künstlerin auch bereitwillig signierte. Und es wird nicht nur das Auge satt. Dafür, daß es auch so anregend schmeckt, wie es aussieht, sorgt der Münchner Manfred Heissig, preisgekrönter Koch vom Stamm der "jungen Wilden". Eingerahmt wurden diese sinnlichen Erfahrungen von Avantgarde-Kunst in eine theoretische Einführung in das Thema Kunst und Essen. Die Zubereitung von Essen ist die älteste Kulturtechnik der Menschheit. Es wurden Beispiele aus der europäischen Kunst gezeigt: von der Renaissance bis in die Gegenwart. Themen, die sich durch die Jahrhunderte ziehen, sind immer wieder "Verführung durch Essen" (Eva, Adam und der Apfel z.B. bei Albrecht Dürer) und "Teilen, bzw. Gastgeben" (Das letzte Abendmahl, z.B. Leonardo da Vinci). In der Gegenwartskunst werden diese Themen insbesondere von Rirkrit Tiravanija, Judith Samen und Sonja Alhäuser wieder aufgenommen.

Führen ist Kunst - Führen ist Handwerk: Zur Abrundung und Zusammenfassung des Erarbeiteten warfen die Teilnehmer mit Rudi Wimmer einen Blick in den Werkzeugkasten einer Führungspersönlichkeit. Dabei wurde deutlich, daß Führung ein eigenes Geschäft ist, welches besonderen Regeln gehorcht und spezielle Fertigkeiten verlangt. Manager stehen überall vor den gleichen Herausforderungen, egal ob sie bei DaimlerChrysler, der Deutschen Bank oder bei Burger King in Verantwortung stehen.

Der große Erfolg der Auftaktveranstaltung hat die Organisatoren bewogen, zwei weitere Seminare im gleichen Format anzubieten. Geplant sind Termine im Juni und im September. Zugleich arbeitet das Team an aufbauenden Seminarbausteinen, die den Teilnehmern die Möglichkeiten geben, ihr Wissen zu vertiefen, die erworbenen Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden und mit diesen Erfahrungen an die Universität und danach wieder zurück in die Praxis zu kehren. Auf diesem Weg läßt sich eine Spirale der Exzellenz zwischen Praxis und Theorie in Gang setzen.

Die Universität Witten / Herdecke, Deutschlands erste private Universität, freut sich darauf, Ihr Gastgeber sein zu dürfen.

Kontakt:

Dr. rer. pol. Hermann van Bömmel

Universität Witten/Herdecke

Alfred-Herrhausen-Str. 50

58448 Witten

02302/926-583 (fon)

02302/926-539 (fax)

begeistern@uni-wh.de (mail)

www.uni-wh.de/begeistern/ (url)

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