Studentenwerke

DIG-Leitlinien jetzt auch in Mensen

Nun kann es auch jeder an der Essenausgabe der Berliner Mensa Nord in der Reinhardtstraße lesen: "Dieser Betrieb arbeitet nach den Leitlinien des Deutschen Instituts für Gemeinschaftsverpflegung." Zuvor hatte Karl Wutz, Präsident des Instituts (DIG) in Anwesenheit des Generalsekretärs des Deutschen Studentenwerks (DSW), Achim Meyer auf der Heyde die entsprechende Urkunde an die Geschäftsführerin des Berliner Studentenwerks, Petra Mai-Hartung, übergeben. Ein Gütesiegel für die Versorgungseinrichtungen dieses Studentenwerks, denen gewissenhafte Selbsteinschätzungen und strenge Überprüfungen nach solchen Kriterien wie Speisenqualität und -sicherheit, Preiswürdigkeit, Aus- und Fortbildungsbereitschaft, Gesundheitsfürsorge, Hygiene, Umweltbewusstsein und Dienstleistungsniveau voraus gingen. Damit steht das Studentenwerk Berlin exemplarisch für 36 der 61 deutschen Studentenwerke, deren Prüfung ihrer Verpflegungsbetriebe bereits erfolgreich abgeschlossen wurde. Weitere Vergaben werden in den nächsten Monaten erwartet. 41 Studentenwerke haben sich zum freiwilligen Qualitätscheck angemeldet. Die neue Qualitätsoffensive der bundesweit mehr als 700 Mensen und Cafeterien erscheint auch deshalb in einem besonderen Licht, da sie immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil des Uni-Alltags werden. So ergab eine aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, dass 42 Prozent der Studierenden Mensa-Stammgäste sind und dort mindestens dreimal pro Woche essen. Kein Wunder, wenn sich da DSW-Generalsektretär Meyer auf der Heyde freute: "Der hohe Qualitätsstandard und die Attraktivität unserer Mensen haben sich nun auch durch externe Kontrollen bestätigt. Mit dem Qualitätssiegel beweisen die Studentenwerke, dass ihre Mensen in jeder Hinsicht mit großen Betriebsrestaurants mithalten können und auch eine Alternative zu modernen Restaurants darstellen." Und damit das auch so bleibt, werden regional stichprobenartige Kontrollen darüber wachen, dass von den Angaben in den von der Hochschule Niederrhein Mönchengladbach unter Leitung von Prof. Dr. Peinelt erarbeiteten Checklisten, wie auch von den mit zweifacher Unterschrift versehenen Erklärungen, keinen Deut abgewichen wird. DIG-Präsident Karl Wutz schließlich zeigte sich ob der Resonanz auf die zehn Leitlinien und deren Übernahme durch das DSW sichtlich zufrieden. "Mit dieser für die Gemeinschaftsverpflegung Richtung weisenden Berufsethik wollen wir der ganzen Branche Anstöße geben", blickte er in die Zukunft. Übrigens: Das Berliner Studentenwerk gehört mit seinen 35 Verpflegungseinrichtungen (Umsatz 2003: 14,4 Mio. Euro) zu den größten Gemeinschaftsverpflegern im Land. Rund 70 Prozent der Berliner Studierenden besuchen regelmäßig die Mensa, 51 Prozent essen hier ein- bis dreimal pro Woche. Auch diese Zahlen werfen ein bezeichnendes Licht auf die Bedeutung des Gütesiegels - mit Blick auf die Erfolge wie auf noch vorhandenes Potenzial, neue Gäste zu gewinnen. Studentenwerke als Großverpfleger
  • 704 Einrichtungen der Studentenwerke mit rund 198.000 Tischplätzen erbringen bundesweit Dienstleistungen rund ums Essen und Trinken
  • über 200 Mio. Gäste nehmen diese Angebote pro Jahr in Anspruch
  • 287,69 Mio. Euro betrug 2003 der Gesamtumsatz der Verpflegungsbetriebe (plus 6 Prozent zum Vorjahr)
  • 50 Prozent der Studierenden sind Stammgäste, die Zahl der weiblichen studentischen Stammgäste beträgt 32 Prozent
  • 159 Euro im Durchschnitt geben Studierende im Monat für Ernährung aus (männl. 165, weibl. 153 Euro)
(Quelle: Statement des DSW Generalsekretärs)

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