Hoga-Wettbewerb

Das Restaurant der Zukunft

Tagsüber chice Boutique, abends Szenelokal – flexible Raumnutzung rund um die Uhr: Mit dem visionären, multifunktionalen Konzept 'from dusk till dawn' hat die Studentin Stefanie Rack den Wettbewerb 'Das Restaurant der Zukunft' gewonnen. Zur Eröffnung der Gastro-Fachmesse HOGA München zeichnete der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu die Sieger dieses Contests aus, der von der Fachzeitschrift Gastronomie-Report initiiert und von der Akademie der Bildenden Künste in München, Lehrstuhl für Raumgestaltung, betreut worden ist. Auf dem zweiten Platz landete ein Trio von visionären Lokal-Entwürfen: 'Orbit' von Julia Schiffner, 'Felderwirtschaft' von Sandra Lutz und '27,5° Wohlfühltemperatur' von Laura Brotherus.



Wie stellen sich junge Leute die Lokale von morgen vor? Was fehlt ihnen bislang im gastronomischen Angebot? Wie können Gastro-Profis herausfinden, wie die wichtigste, ausgehfreudigste Zielgruppe, die 19- bis 30-Jährigen ticken? Um diese Fragen drehte sich der Wettbewerb 'Restaurant der Zukunft'. „Die Studenten haben unsere kühnsten Erwartungen übertroffen und sensationelle Konzepte abgeliefert“, so Willy Faber (Gastronomie-Report).



Dass gleich drei Konzepte auf dem zweiten Platz landeten, zeigt, wie schwer sich die hochkarätig besetzte Jury mit ihrer Entscheidung tat. Beim Siegerkonzept der jungen Innenarchitektin Stefanie Rack überzeugte die Experten (darunter der Erfolgsgastronomen Thomas Hirschberger (Sausalitos) und Andreas Pflaum (Pflaum’s Posthotel Pegnitz), Dietrich Sailer und Josef Schumacher vom Hofbräuhaus Traunstein und das Züricher Architektenpaar Carmen und Urs Greutmann) neben dem kühnen, multiplen Entwurf - Boutique & Bar - nicht zuletzt die durchdachte, praxisnahe Umsetzung. So werden beispielsweise die Kleider einfach abends an Stangen an die Decke gezogen und bilden so ein ungewöhnliches Deko-Element für die Szenebar. Damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für ein gestaltendes Lichtkonzept.



Ein wichtiges Merkmal des Wettbewerbes war, dass den teilnehmenden Studenten keinerlei Einschränkungen (etwa in bezug auf Materialien, Größe, Budget für die Umsetzung, etc.) mit auf den Weg gegeben wurden. „Wir wollten das kreative Potential und die unverbrauchten Ideen junger Menschen zum Zug kommen lassen“, so Willy Faber und Professor Manfred Kowatsch von der Akademie der Bildenden Künste übereinstimmend. „Es geht nicht darum, fix und fertige Konzepte vorzulegen, die 1:1 in den Gastro-Alltag übernommen werden können. Unser Ziel ist, dem deutschen Gastgewerbe Denkanstöße zu liefern für die Gastronomie von morgen.“ Unterstützt wurde der Wettbewerb, der Neuland betreten hat in der europäischen Gastronomie- und Architektur-Geschichte, von den Firmen Burkhof, Hofbräuhaus Traunstein, Mineralbrunnen AG (afri-cola), Resch & Frisch, Rosenthal, Salomon und von der AFAG Messegesellschaft.



Was dabei herauskommt, wenn Visionen freien Lauf gelassen wird, zeigt die zweitplatzierte Julia Schiffner mit ihrem Konzept 'Orbit'. Dort können sich die Gäste an Bars oder im Restaurant austoben oder sich in kleine Kapseln zurückziehen, die wie Planteten im interstellaren Raum über den 18 Meter hohen Gastraum verteilt sind. In diesen kokonartigen Kugeln lassen sich sogar die Musik und das Licht individuell regeln.



Ebenfalls auf dem 2. Platz landete das Rund-um-Wellness-Konzept von Laura Brotherus. Der Ablauf für den Gast sieht so aus: entkleiden, duschen, saunen, abkühlen, relaxen, duschen, essen, trinken, anziehen. All das wird unter einem Dach, sprich im Restaurant der Zukunft namens '27,5° Wohlfühltemperatur' geboten. Einen Ferientag im Grünen mitten in der City bietet der Entwurf 'Felderwirtschaft', der ebenfalls mit Platz 2 belohnt wurde. Clou dieses Konzepts sind mehrere große Glaszylinder, in denen saisonale Pflanzen blühen. Die Plätze der Gäste sind rund um diese 'Raumstationen Erde' angeordnet.



In voller Pracht können die elf visionären Konzepte zum Restaurant der Zukunft noch bis zum 28. April auf der HOGA München Halle A 2, Stand 201 begutachtet werden. Anschließend ist geplant, dass die Zukunftsshow als Wanderausstellung auf Reisen geht (Infos unter Tel.: 089.4480409). Begleitend zur Ausstellung ist das Booklet 'Restaurant der Zukunft' erschienen, das für eine Schutzgebühr von 20 Euro bezogen werden kann.



Passend zur Zielgruppe Gastronomie sind übrigens auch die Preise für die Sieger gestaltet: Die Erstplatzierte Stefanie Rack darf sich auf eine Gastro-Education-Tour (dotiert mit 1.000 Euro) in eine europäische Metropole ihrer Wahl freuen. Die Zweitplatzierten erhalten je eine Flasche Champagner Magnum Rosé samt einem Scheck über 250 Euro.

faber@gastronomie-report.de

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