Fußball-WM

Der Sieger heißt (wieder) Public Viewing

Es darf weiter geträumt werden: vom Finale, vom vierten Titel. 4 : 0 besiegte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Südafrika am Samstag Argentinien. Fußball, unsere Jungs und Südafrika bleiben allgegenwärtig für eine weitere Woche.

Was heißt das für die Gastronomie? Wir haben an zwei Stellen reingehört.
• Thomas Aurich, Akrogast, Heilbronn:
„Diese Fußball-WM ist eine Gnade für uns. Das zukunftweisende Stichwort heißt Public Viewing. Wir haben hier in Heilbronn mit 1.500 Plätzen einen der größten Biergärten Baden-Württembergs. Am Samstag beim Spiel Deutschland gegen Argentinien waren mindestens 2.000 Leute da. Das Entscheidende: Ab 13 Uhr herrschte Betrieb, obwohl’s erst um 16 Uhr los ging. Das Geschäft wird vor dem Spiel und in der Pause gemacht. In den zwei Spiel-Halbzeiten ist kein Durchkommen mehr. Die Umsätze am Samstag? Gaststätte und Biergarten (Getränke und vier Food-Stände) brutto eine Größenordnung von 30.000 €. Ohne Fußball-WM wäre es etwa ein Drittel davon gewesen. Da fehlten dann die Tagesumsätze, und bei Superwetter wäre das Freibad ein unschlagbarer Wettbewerber.

Jetzt blicken wir gen Halbfinale. Der Dienstag und der Mittwoch können mit Glück das Umsatz-Ergebnis vom Samstag übertreffen. Was das deutsche Team da in Südafrika leistet, ist sensationell. Die Euphorie hier steht der von 2006, als die Weltmeisterschaft in Deutschland stattfand, nicht nach.“

Aurich sieht im Gruppen-Feeling das zentrale Erfolgsmoment für die Gastronomie. „Ich mache mir unheimlich viele Gedanken über Public Viewing. Es ist eine neue große Chance für unsere Branche – und losgetreten hat die Sache der Sport. Präzise gesagt, die Fußball-WM 2006, dann die EM 2008. Und jetzt die volle Bestätigung dafür, dass daraus mehr werden kann. Vieles, was wir mit dem Fußball gelernt und geübt haben, lässt sich auf andere Fan-Ereignisse und –Gruppen übertragen.

Stichwort Fans. Unser Fan-Shop in Zusammenarbeit mit einer Sportmodenmarke ist ebenfalls ein voller Erfolg. Jung und Alt, Frauen und Männer wollen sich markieren, sichtbar der Gruppe zugehörig zeigen.“

• Peter Steiner, Leiter Marketing, Hallo Pizza, Langenfeld:
„Die Spielzeiten und das Wetter – beides ist gegen uns. Sehr analog zu 2006. Spiele am Abend und Wochenende bringen Delivery kein Zusatzgeschäft. Eine ganz, ganz große Ausnahme war Freitag, der 18. Juni – Deutschland gegen Serbien. Los ging’s um 13.30 Uhr. Viele haben am Arbeitsplatz gemeinsam geschaut. Für unser Geschäft bedeutete das: 50 % höhere Mittagsumsätze (11 – 17 Uhr). Unterm Strich für den gesamten Tag ein Plus von 20 %. Ganz klar, der große gastronomische Sieger dieser Fußball-WM heißt Public Viewing im weitesten Sinn.“

Ja, Public Viewing ist in erster Linie ein soziales Phänomen. Das neue Sommer-Feeling, ein Gemeinschaftserlebnis, das Gegenstück zur Couch-Potato-Welt.

www.hallopizza.de
www.akrogast.de


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