Pferdefleisch

Der nächste Skandal und viele Fragen

Während noch immer viele Fragen offen sind, was Ross und Reiter im öffentlich schon ad acta gelegten europaweiten Pferdefleisch-Skandal Anfang des Jahres betrifft, bringt der April eine neue Hiobsbotschaft. Erneut wurde ein hochkarätiger Fall von Falschdeklaration offenkundig – diesmal war es ein niederländischer Großhändler, der tausende Tonnen Pferdefleisch falsch deklariert verkauft haben soll.

Der holländische Fleischverarbeiter Willy Selten hat offenbar vorgebliches Rindfleisch an 500 Kunden in der ganzen EU verkauft – drin war, so der Verdacht, auch Pferdefleisch in unbekannter Menge. Die Lieferungen gingen nach Angaben der Behörden vor allem nach Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien. Laut Bundesverbraucherschutzministerium haben 124 Betriebe in praktisch allen deutschen Bundesländern Ware des niederländischen Großhändlers bezogen. Das meiste Fleisch dürfte unterdessen bereits verzehrt worden sein.

Die niederländischen Behörden haben rd. 50.000 t Fleisch zurückgerufen. Noch ist anscheinend unklar, ob dieses Fleisch kontrolliert worden ist, Reste von Medikamenten enthält oder von kranken Tieren stammt.

Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau bestreitet der verdächtige Unternehmer die Vorwürfe. Sein Unternehmen ist seit Mitte März insolvent. Laut FR laufen Ermittlungen in Sachen Fälschung, Betrug und Geldwäsche.

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