Welternährungstag

Deutsche Tafel e.V. appelliert an alle

Im Vorfeld des Welternährungstages ruft der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. zu mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln auf. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) leiden weltweit über 925 Mio. Menschen an Hunger, davon allein rund 850 Mio. in den Entwicklungsländern - Tendenz weiter steigend. Der Nahrungsmangel dort hat viel Ursachen: Naturkatastrophen, Kriege sowie eingeschränkte Möglichkeiten hinsichtlich Transport und Lagerung der Ware verringern das Angebot.
Einen bedrohlichen Einfluss haben inzwischen auch Preisspekulanten an den Aktienmärkten. Sie treiben die Preise für Grundnahrungsmittel auf dem Weltmarkt in die Höhe, so die Tafeln: "Mit der Folge, dass sich Millionen Menschen selbst Reis, Mehl und Mais nicht mehr leisten können." Internationale Finanzinvestoren seien es auch, die in großem Stil Agrarflächen in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufkaufen, die dann den einheimischen Bauern für die Selbstversorgung verloren gehen.

"Wir müssen uns klar machen, dass das Konsumverhalten und auch das Gewinnstreben in den reichen Industrieländern zum Teil gravierende Auswirkungen auf das Leben von Millionen Menschen in anderen Teilen der Welt hat. Allein der Überfluss an Lebensmitteln, der hierzulande auf dem Müll landet, steht für eine beispiellose Verschwendung von Ressourcen - bei uns und in den Erzeugerländern weltweit“, sagt Gerd Häuser Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.

„Die deutschen Tafeln appellieren anlässlich des heutigen Welternährungstages daher an Verbraucher, Hersteller und Händler gleichermaßen sich ihrer globalen Verantwortung bewusst zu werden bzw. ihre Anstrengungen in diesem Bereich zu verstärken“, so Gerd Häuser. „Nachhaltigkeit darf kein Modewort sein, sondern sollte die ernst gemeinte Verpflichtung zum Ausdruck bringen, die Ressourcen dieser Erde für nachfolgende Generationen zu erhalten. Wir können alle etwas dafür tun."

Die fast 900 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel aus Herstellung und Handel und verteilen diese an rund 1,3 Mio. bedürftige Menschen in Deutschland. Indem sie frisches Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukte gegen einen symbolischen Obolus abgeben, verschaffen sie den Betroffenen einen kleinen aber wichtigen finanziellen Spielraum und tragen dazu bei, dass Fehl- und Mangelernährung vermieden bzw. verringert werden können.

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