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Deutsche Verbraucher wieder zuversichtlicher

In Deutschland hat Ende 2012 das Verbrauchervertrauen leicht zugenommen. Dies ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage zum Thema Vertrauen und Einkaufsgewohnheiten von Nielsen, einem führenden Anbieter von Informationen und Erkenntnissen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern.

Der deutsche Index ist demnach im vierten Quartal 2012 im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten um einen Punkt auf 87 Punkte angestiegen. Damit endete der Abwärtstrend der Vorquartale; der neue Wert entspricht dem Niveau des Vergleichszeitraums aus 2011. Insgesamt ist die Stimmung der vergangenen beiden Jahre deutlich besser als in den Krisenjahren 2008 und 2009.

Getragen werde die jüngste Zuversicht der deutschen Verbraucher laut Nielsen in erster Linie von der robusten Wirtschaft hierzulande. Der Export sei in 2012 weiter gestiegen, auch wenn er insgesamt an Schwung verlor. Zudem erreichte die Zahl der Erwerbstätigen einen neuen Höchststand. Auch die Anleger vertrauten der deutschen Wirtschaft; der DAX legte im vergangenen Jahr um fast 30 % zu.

Nur noch 53 % waren der Ansicht, Deutschland befinde sich in einer Rezession; im Vorquartal waren es noch 58 % gewesen.

„Die deutschen Verbraucher lassen sich von der europäischen Schuldenkrise offenbar nicht länger die Kauflust verderben“, erklärt Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland. „Diese Entwicklung wird möglicherweise in 2013 verstärkt: Der Staat hat die Einkommenssteuer und die gesetzlichen Rentenbeiträge gesenkt. Zudem gibt es positive Prognosen für die Entwicklung von Beschäftigung, Tariflöhnen und Preisen.“

Allerdings sei die Trendwende beim Verbrauchervertrauen in Deutschland noch überschaubar. In manchen Bereichen schätzten die Deutschen die Situation auch kritischer ein als zuvor. So gaben beispielsweise 22 % der Studienteilnehmer an, nach Abzug der Lebenshaltungskosten kein Geld mehr zur Verfügung zu haben – das waren drei % mehr als noch im Vorquartal. Erklären lässt sich dies mit den stark angestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten Ende 2012. Erhöhte Energiekosten zählen deshalb auch laut Nielsen-Umfrage zu den größten Sorgen der Deutschen. Strom und Gas zu sparen nannten 41 % der Befragten als wichtigstes Ziel, auch wenn sich die wirtschaftliche Situation verbessern sollte.

Im Vergleich der fünf größten Volkswirtschaften der Welt lag Deutschland mit seinen 87 Punkten im Verbrauchervertrauensindex auf Platz vier. Platz eins belegte Indien, das mit 121 Punkten den weltweit höchsten Index hat. Auf Platz zwei folgte China (108 Punkte). Die USA landeten mit 89 Punkten auf Platz drei, dicht gefolgt von Deutschland. In Japan blieb das Verbrauchervertrauen mit 59 Indexpunkten auf einem äußerst niedrigen Niveau.

In Europa trübte sich die Stimmung weiter ein.

Das Vertrauen der Verbraucher in Europa ist damit deutlich geringer als in anderen Regionen der Welt: Im asiatisch-pazifischen Raum verbesserte sich der Index um einen auf 101 und in Lateinamerika um zwei auf 96 Punkte. In der Region Naher Osten/Afrika lag er bei 96 (minus zwei Indexpunkte) und in Nordamerika bei 90 (minus einem Indexpunkt).

Über die Nielsen Global Survey: Die Nielsen Global Survey über das Vertrauen der Konsumenten und ihre Einkaufsgewohnheiten wurde von 10. bis 27. November 2012 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 29.000 regelmäßige Internetnutzer in nunmehr 58 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. In dieser Umfragewelle wurden zwei weitere Länder, Bulgarien und die Slowakei, in die Umfrage aufgenommen.

Die Nielsen Global Survey wird seit 2005 kontinuierlich durchgeführt.

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