2003

Die Top 100 mit 0,4 Prozent plus

Die größten Unternehmen/Systeme/Gruppen der Gastronomie (ohne Hotellerie) in Deutschland Eine Zusammenstellung der Wirtschaftsfachzeitschrift food-service (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main) - von Gretel Weiß, Chefredakteurin & Herausgeberin Die wichtigsten Ergebnisse:
  • 0,4 % Umsatzwachstum für die Vorderen (2002: -0,9 %; 2001: +1,4 %). Letztes Quartal deutlich am besten. Deutsches Gaststättengewerbe insgesamt -6,2 % nominal und -6,8 % real.
  • Bereits 52 % aller Erlöse werden in der Kategorie Fast Food generiert. Doch zeigt dieses Marktsegment 2003 keine überdurchschnittliche Entwicklung. Verbraucher sparen aktuell im Alltag noch mehr als bei besonderen Anlässen.
  • Über 50 % der Top 100-Namen mit Umsatzwachstum. Subway führt mit 105,9 % plus. Dem gegenüber: 40 % der Firmen haben niedrigere Erlöse als im Vorjahr (2002: 60 %). Gut die Hälfte aller Befragten nennt die Ertragslage noch zufriedenstellend.
  • Vom Wachstum der Plus-Macher unter den Top 100 entfällt der größte Brocken auf Burger King (6. Jahr mit zweistelligem Plus). Es folgen Karstadt, Ikea und Subway. Leicht im Minus Marktführer McDonald's.
  • Vier der fünf Sektoren mit positiven Vorzeichen: Handelsgastronomie +3,9 %, Freizeitsektor +3,7 %, Fast Food +0,6 % und Verkehrsgastronomie +0,4 %. Fullservice-Kategorie wieder mit stärksten Verlusten, -6,7 %.
  • Umsatzentwicklung auf bestehenden Flächen: in 7 von 10 Unternehmen negativ. Dieser wichtigste Kennwert für Analysten war sowohl bei Fast Food als auch in der Fullservice-Welt stark unter Druck.
  • Prominente Newcomer im Ranking sind die beiden großen Contract Caterer mit ihrem Arenen-Geschäft, will heißen, Aramark (Stadien) und Eurest Sports & Food. Daneben Center Parcs, die Münchner ROK Restaurants und andere.
  • Die Herausforderung 2003: Charmant preisgünstig sein! Die richtige Preisstrategie war und ist zentrales Marketinginstrument. Generell gilt, erfolgreich ist, was dem Verbraucher das Leben einfacher, angenehmer und am besten auch billiger macht.
  • Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Während vor 2-3 Jahren Mitarbeiterbeschaffung eines der allergrößten Probleme dieser Branche war, sind heute sogar gute Fachleute relativ schnell zu finden. Und bezahlbar.
  • Take-away gilt als stärkster Nachfragetrend. Viele Zukunftskonzepte gehorchen der Formel 'Frisch, schnell, schön'. Über alles: großer Umsatz-Optimismus für 2004.
2003 stehen Deutschlands führende Gastronomen für knapp 8 Mrd. € Nettoumsatz, der in 12.500 Betrieben erwirtschaftet wurde. Für die Großen der Branche war 2003 realistisch betrachtet mit einem gemeinschaftlichen Plus von 0,4 % wieder ein kleines bisschen besser als das Vorjahr. Diese positive Entwicklung ist wichtig, denn 2002 lagen die Vorderen mit 0,9 % Umsatzrückgang im Minus – erstmals, seit es dieses Ranking gibt (Anfang der 80er Jahre). Die Kehrtwende gelang spät. Nach miserablen Monaten im ersten Halbjahr hat das vierte Quartal viele Zahlenwerke gerettet. Großer Umsatz-Optimismus für 2004: 80 % aller Befragten gehen von besseren Erlösen als im Vorjahr aus. Zwei Worte charakterisieren die ultimative Herausforderung der letzten 12 Monate: Charmant preisattraktiv.
  • Will heißen, der Gast von heute fordert herzliches Lächeln als soziale Einladung, will Liebe und Nähe, will Streicheleinheiten, will Emotion ohne Ende.
  • Und gleichzeitig: der ständige Blick auf den Preis. Preisgünstig, bzw. -attraktiv oder besser noch preis-aggressiv sollen die Angebote sein.
Wir leben im Zeitalter von billig und folgerichtig wird die Preisstrategie zum alles entscheidenden Marketing-Instrument. Allein was in der Psyche des Kunden/Gastes outstanding erscheint, verkauft weiterhin auch teuer gut. Einer der Top-100-Unternehmer schreibt: „Es war das erkenntnisreichste der letzten 5 Jahre. Habe erfahren, wie hart Geld verdienen sein kann. Hoffe, dass die kollektive Fastenkur der deutschen Verbraucher jetzt endlich abgeschlossen ist.“ Gemessen an den Daten des Statistischen Bundesamtes und damit der Gesamtbranche, dürften die Vorderen fast schon zufrieden sein. Denn Wiesbaden vermeldet für den Gaststätten-Teilmarkt im Gastgewerbe ein nominales Minus von 6,2 % (Vorjahr: -4,9 %). Real waren es sogar 6,8 % (VJ: -8,3 %). In 24 Monaten also eine zweistellige Rückbildung des wertmäßigen Volumens. Die Zahlen sind dramatisch. Hauptgründe: Angst um Arbeitsplatz und Zukunft, Unsicherheit & Konsumverweigerung beim Verbraucher. Sparen im Alltag ist für Millionen Menschen das Maß aller Dinge geworden. Mental orientieren sie sich immer mehr an Discount und Rabatten. Doch gibt es auch herausragende Gewinner, z.B. die Sandwich-Kette Subway, 1999 im deutschen Markt gestartet und jetzt bereits mit über 60 Stores präsent. Das US-System hat seine Netzdichte exakt verdoppelt und geschätzt über 105 % Umsatz zugelegt. Insgesamt zwei dreistellige und 20 mal zweistellige Wachstumsraten – wohlgemerkt inklusive Expansion. Die besten Wachstumsperspektiven, die höchste Zukunftsausstrahlung, hat das Take-away-Business. Und das ist schon länger so. Gut die Hälfte der Erlöse der Top 100 fällt in die Kategorie Fast Food, will heißen Quickservice. Zeit ist zu einem Wert geworden, den wir alle knallhart kalkulieren. Heute sind Minuten neben Euros definitiv die knappste Ressource unserer Gäste. Es gilt: Früher haben die Mahlzeiten unseren Arbeitsalltag strukturiert, heute strukturiert die Arbeit unsere Essenzeiten. So genannte Simultanesser – eat and work, eat and move – nehmen zu. Die 5 betrachteten Teilmärkte spreizen von +3,9 % bis -6,7 %. Vom Wachstum der Plusmacher unter den Top 100 entfällt wieder der größte Brocken auf Burger King – jetzt auf Platz 3 ganz in die Spitze vorgerückt. Milliarden-Matador McDonald's präsentiert ein kleines Umsatz-Minus (zum zweiten Mal seit Anfang der 70er Jahre/erstmals 2001). Brisant der direkte Vergleich von McDonald's und Burger King. Die Übergröße expandiert mit 2,7 % Tempo, der Angreifer mit 9,8 % Storewachstum in 12 Monaten. 0,4 % Umsatzminus bei McDonald's; 10,6 % Mehrerlöse bei Burger King. Die Nummer 2 im Hamburger Business hat damit zum 6. Mal in Folge ein signifikantes Plus. Beide dürften auf bestehenden Flächen leicht verloren haben. McDonald’s-Highlight im September im letzten Jahr: Weltpremiere in München für den ersten globalen Marketing-Auftritt mit dem Slogan ‘I’m lovin‘ itTM‘, zu Deutsch ‘Ich liebe es‘. Die neue Markenenergie: Lifestyle-Inszenierung statt Schnellversorgung. Auch bei Burger King ein internationales Highlight, positioniert und gefeiert in Deutschland: Store Nr. 3.000 außerhalb Nordamerikas, eröffnet im Mai in Hamburg. Pro Restaurant holt McDonald’s im Schnitt 1,8 Mio. Euro Jahresumsatz, Burger King 1,3 – der Vorsprung ist und bleibt gewaltig, doch er nimmt ab. Die Top 10 zum Downloaden finden Sie hier ! Den kompletten Artikel finden Sie in der April-Ausgabe der food-service, zu beziehen bei Herrn Klaus Gast, Tel. 069/7595-1972 Außerdem finden Sie das komplette Ranking in Kürze hier!



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