Berlin

Drei statt fünf Sterne für die Nürnberger Straße

In den früheren Räumen der Senatsfinanzverwaltung an der Nürnberger Straße 50-56 in Berlin Schöneberg tut sich seit beinahe fünf Jahren nichts – ein Bauprojekt ist gescheitert. Hier wollte Ekkehard Streletzki, Inhaber des umsatzstärksten Hotels in Deutschland, dem Estrel Berlin, gemeinsam mit seinem Sohn Julian das Fünf-Sterne-Hotel Monopol errichten. Doch die beiden konnten ihre Pläne nie verwirklichen, das eigens gegründete Unternehmen Strehlhaus KG ging im Sommer vergangenen Jahres in die Insolvenz, so ein Artikel in der Berliner Zeitung vom 11. Mai 2005.



Doch Streletzki ließ sich nicht unterkriegen. Als Betreiber plant die Unternehmensgruppe nun ein Drei-Sterne-Hotel für das denkmalgeschützte Gebäude. Der Entwurf von Architekt Johannes Reuter sieht ein Hotel mit insgesamt 314 Zimmern vor. Als Partner konnten Vater und Sohn die Ideal Versicherung gewinnen, die 75 Prozent der Investitionen übernehmen will.



Das Projekt hängt allerdings noch von dem Verkauf des Hauses Nummer 56 an Peek & Cloppenburg (P&C) ab. Das Unternehmen will sein angrenzendes Kaufhaus um die 1.600 Quadratmeter große Fläche erweitern. Auf Forderung des Bezirkes sollen aber die Straßenfassaden sowie die rückwärtigen und Teile der Decken des unter Denkmalschutz stehendes Gebäudes erhalten bleiben. Deswegen ist die Entscheidung des Verkaufes fraglich. Bezirksbürgermeister Ekkehard Band will sich für Hotel und Kaufhauserweiterung stark machen und hat den Investoren seine Unterstützung zugesagt. Die Projekte dürften außerdem für die Wiederbelebung der seit 2001 leer stehenden Ladengeschäfte im Erdgeschoss des fünfgeschossigen Komplexes sorgen. Hochwertige Interessenten für den Standort zwischen Tauentzien und Kudamm hätten sich bereits gemeldet.

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