Fast food

EU-Kommissar fordert Werbestopp

Der neue EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou kündigt eine harte Linie im Kampf gegen die zunehmende Fettleibigkeit von Kindern in Europa an. Sogar Werbeverbote für Fast food seien nicht ausgeschlossen, sagte er im Gespräch mit mehreren deutschsprachigen Zeitungen in Brüssel. Beispielsweise gilt ein solches Verbot von August an für Tabakwerbung. Übergewicht sei schon lange kein reines Problem der Amerikaner mehr, so der Kommissar, auch in der EU werde viel zu wenig Sport getrieben und zu viel gegessen. Deswegen müsste man mit einer klaren Kennzeichnung von Lebensmitteln einerseits und besserer Aufklärung andererseits vorangehen. Kinder seien besonders verwundbar und müssten deshalb besonders geschützt werden. Es gehe ihm dabei nicht darum, den Menschen Fett und Zucker zu nehmen, sondern zu verhindern, dass diese exzessiv genutzt würden.

Gewohnheiten zu ändern sei ein langwieriger Prozess, sagt der EU-Kommissar. Deshalb gelte es, keine Zeit mehr zu verlieren.

Auch ein Rauchverbot in der EU schließt der Verbraucherkommissar nicht aus. Ein solches sei zwar rechtlich nicht einfach umzusetzen, doch im weitesten Sinne das Ziel. Zunächst werde die EU-Kommission versuchen, die Menschen etwa durch abschreckende Lungenkrebsfotos vom Rauchen abzubringen. Bilder dieser Art auf den Packungen hätten in Kanada bereits positive Effekte gezeigt.

Es gehe bei diesen Maßnahmen ebenso wie beim Kampf gegen die Fettleibigkeit nicht nur um den Schutz der Verbraucher, sondern darum, die Kosten für die Behandlung von Folgekrankheiten zu senken, sagte der zyprische Kommissar.

Er ist in diesen Tagen bei der Bundesregierung in Berlin, er will um Unterstützung für seine Politik werben. Treffen möchte er Verbraucherschutzministerin Renate Künast, Justizministerin Brigitte Zypries und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt.
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