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Ein Drittel der Deutschen verbindet Nachhaltigkeit mit Umweltschutz

Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger hat schon einmal von dem Begriff Nachhaltigkeit gehört. Jeder Dritte verbindet damit Aspekte des Natur- oder Umweltschutzes. Dies ergab eine aktuelle Studie des GfK Vereins.

Rund 80 % der Bundesbürger haben den Begriff ’Nachhaltigkeit’ schon einmal irgendwo gehört, gesehen oder gelesen. Nur etwa jeder Dritte (36 %) ist sich da allerdings ’ganz sicher’. 43 % kommt das Wort zumindest bekannt vor. 21 % der Deutschen kennen den Ausdruck dagegen gar nicht. Dies sind Ergebnisse einer Studie, für die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK Vereins im September knapp 1.000 Deutsche ab 14 Jahren befragt hat.
Mit Blick auf die verschiedenen Altersgruppen zeigt sich: Am meisten können 35- bis 64-Jährige mit dem Thema Nachhaltigkeit anfangen. Rund 40 % kennen den Begriff sicher, etwa ebenso vielen kommt er zumindest bekannt vor. Etwa jeder Fünfte kann hingegen mit dem Begriff Nachhaltigkeit nichts anfangen. Der Informationsgrad nimmt mit höherem Alter etwas ab. Jeder Vierte über 65 Jahre hat noch nie von Nachhaltigkeit gehört. Ebenso geht es der jungen Generation zwischen 14 und 34 Jahren: Auch hier weiß ein Viertel der Befragten nicht, was sich hinter Nachhaltigkeit verbirgt.

Mehr noch als das Alter hat das Bildungsniveau Einfluss darauf, ob Menschen mit dem Thema vertraut sind oder nicht. So kennen 91 % der Akademiker, aber nur 69 % der Befragten mit Hauptschulabschluss den Begriff.

Auch wer den Begriff Nachhaltigkeit schon einmal gehört hat, weiß nicht unbedingt, was darunter zu verstehen ist. Auf die offene Frage nach den inhaltlichen Assoziationen antworteten 18 % derjenigen, denen der Begriff bekannt vorkommt oder sicher bekannt ist, keine Vorstellung zu haben, was sich dahinter verbirgt. Für die anderen steht er vor allem für Natur- und Umweltschutz. 22 % nennen umweltbewusstes Handeln/Wirtschaften ganz allgemein und 17 % denken dabei explizit an die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.

Weitere Nennungen entfallen zum Beispiel auf das ’Sparen von Ressourcen‘ (6 %), ’Wiederverwertbarkeit/Recycling‘, oder ’Energiesparen/Verwendung Regenerativer Energien‘ (je 4 %). Insgesamt verbinden 45 % der Kenner des Begriffs mindestens eine Assoziation aus dem Bereich Umwelt-/Naturschutz mit dem Wort Nachhaltigkeit. An Dauerhaftigkeit und lange Lebensdauer wird von 29 % in diesem Zusammenhang gedacht. Nachhaltigkeit als Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen erwähnen demgegenüber nur 4 % der Kenner als Begriffsdeutung. Soziale oder humanitäre Aspekte fehlen auf der Liste der spontanen Assoziationen. Das Wort steht also für die meisten Menschen in erster Linie stellvertretend für Themen des Natur- und Umweltschutzes.

„Dass die Menschen in erster Linie an die Umwelt denken, ist nicht verwunderlich. Denn der Begriff ’Nachhaltigkeit’ wurde Ende der 80er und in den 90er Jahren mit Umweltthemen bekannt – zu einer Zeit in der beispielsweise das Waldsterben und die Einführung der Mülltrennung in aller Munde waren“, kommentiert Prof. Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, das Ergebnis.

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