Beauty Food

Eine Frage der Definition

Immer mehr Lebensmittelhersteller nehmen die Erkenntnis „Wahre Schönheit kommt von innen“ wörtlich und entwickeln essbare Produkte, die schön machen sollen. Dieses so genannte „Beauty Food“ bewege sich im Grenzbereich zwischen Nahrungsmitteln und Kosmetika, erklärt der aid infodienst, und wird deshalb auch als „Nutricosmetics“ bezeichnet. Eine verbindliche Begriffsdefinition existiere bislang nicht. In Form von Pillen und Tabletten sollen Nutricosmetics beispielsweise die Hautfestigkeit erhöhen, die Haarstruktur verbessern oder den Eigenschutz der Haut in der Sonne stärken. Bei solchen und ähnlichen Werbeversprechen stelle sich die Frage, welchen Anspruch der wissenschaftlicher Nachweis erfüllen muss. Die Werbung für Lebensmittel dürfe generell nicht irreführend sein; dasselbe gelte für Kosmetika. Ein besonders hoher Anspruch würde an den wissenschaftlichen Beleg von Werbeaussagen bei Lebensmitteln gestellt, die eine Förderung der Gesundheit versprechen. „Nutricosmetics“ würden verzehrt, ihre Bewerbung bezöge sich aber auf das äußere Erscheinungsbild. Umstritten sei, ob solche Werbeversprechen genauso gut belegt sein müssten wie eindeutig gesundheitsbezogene Angaben. So vertrete beispielsweise der Rechtsanwalt Andreas Reinhart in der Zeitschrift „Deutsche Lebensmittel-Rundschau“ die Ansicht, dass Werbeaussagen, die sich lediglich auf "Schönheit" beziehen, geringere Anforderungen erfüllen müssen. Rechtsanwalt Ralf Welzel aus Berlin sieht das anders: „Die Wirkung schlank machender Lebensmittel muss ebenfalls belegt sein. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb für andere beanspruchte Wirkungen, die ebenfalls die ‚Schönheit’ betreffen, andere Maßstäbe gelten sollten.“ Nicht nur in Bezug auf Werbeversprechen, sondern auch unter ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten seien Schönheitslebensmittel mit Vorsicht zu genießen. Beispielsweise dann, wenn ein Produkt bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe in hohen Dosierungen enthalte, denn einzelne dieser Stoffe könnten in Abhängigkeit von der aufgenommenen Menge auch schädliche Wirkungen ausüben. Darüber hinaus sei gegenwärtig noch unklar, ob und wie sich diese Substanzen gegenseitig beeinflussen. Quelle: aid


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