Tichy

Eis-Institution in Wien

In Wien sagt man: Die U-Bahn-Linie U1 fährt nicht nur zum Reumannplatz, sondern direkt in den Eishimmel. Ins Tichy, Europas größten Eissalon, der als Wiens Eis-Institution Nr. 1 gilt und für Eis-Fans ebenso ein Muss ist wie der Stephansdom. Seit über 27 Jahren ist Kurt Tichy mit im Geschäft, vor 5 Jahren wurde er nach dem Tod seines Vaters (Konditormeister) Chef des seit über 50 Jahren bestehenden Salons und der 65 Mitarbeiter. Ca. 17 Eissorten (nie mehr!, aber jedes Jahr eine neue Phantasiesorte, 2004: ’Wiener Wahrheit’) hat der 45-Jährige im Repertoire, dazu etwa 40 Eisbecher, etwa 7 verschiedene Eistorten und diverse Eisspezialitäten wie die legendären Eis-Marillenknödel. 35.000 Stück verkauft Kurt Tichy davon in einer Woche. Übrigens sind die Renner unter den Eissorten auch hier die Klassiker: Vanille, Schokolade, Erdbeer und Haselnuss. Die Preise: 1,30 Euro für die kleine Tüte, 1,40 Euro für den kleinen Becher. Auch paketierte Haushaltspackungen zum Mitnehmen für die heimische Kühltruhe gibt’s bei Tichy (2 l zu 15,40 Euro), sie machen immerhin 30 % des Umsatzes aus; die restlichen 70 % entfallen auf Straßen- & Salonverkauf. Etwa 10.000 Kunden frequentieren an Spitzentagen den Laden im 10. Bezirk, der von Mitte März bis Ende September täglich von 10-23 Uhr geöffnet hat und der über 270 Sitzplätze inklusive eines kleinen Gartens verfügt. Über 3.000 Liter Eis wandern an solchen Tagen über die Theke. Umsatzstärkste Monate: Mai - Juli. USP des Traditions- & Familienbetriebes: Alles, aber auch alles ist in und an Tichys Eis und Eis-Spezialitäten selbstgemacht und auf höchstem Qualitätsniveau. Die Rezepte sind selbst kreiert und bestgehütet. Haselnüsse werden von Hand geröstet, Orangen und Zitronen frisch ausgepresst, täglich werden 2.000 Liter Milch geliefert und verarbeitet, und auch die Schokoladen- und Caramel-Saucen sind reine Handarbeit. Die Frage, warum er nicht weitere Standorte eröffnet, beantwortet Kurt Tichy nicht zum ersten Mal: "Besser einen starken Betrieb an einem guten Standort, als viele Filialen. Außerdem hätten wir als Franchisegeber das Problem der eigenen Produktion. Entweder wir müssten die Rezepturen preisgeben oder eine Zentralproduktion einrichten. Das würde den Rahmen eines überschaubaren Familienbetriebes sprengen. Und letztendlich verliert ein gutes Produkt den Nimbus des Besonderen & Einzigartigen, wenn man es überall bekommt." Übrigens: Tichy ist ein lupenreiner Eissalon, es gibt keine Mehlspeisen - inzwischen aber auch Kaffee.

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