Köln

Erfolgreicher Start für 2. Bona’me

Bona’me – zu Deutsch: unser Haus – hat seit Spätsommer eine zweite Heimat. Zur Nummer 1 im Kölner Rheinauhafen hat sich eine weitere Dependance türkisch-kurdischer Küche im Fast-Casual-Format gesellt. Die neue Adresse in Deutz ist noch größer, heller und moderner als der Erstling. Und ebenso erfolgreich wie der Prototyp, verkünden die Betreiber.

Im ehemaligen, in der ersten Jahreshälfte kernsanierten Lufthansa-Gebäudekomplex am Rheinufer in Köln-Deutz hat das zweite Bona’me im August 2013 die ersten Gäste empfangen. Etwa um ein Drittel größer als das erste Restaurant im Rheinauhafen bietet der neue Standort 190 Innen- und weitere 150 Außenplätze. „Diese Größe haben wir auch gesucht, nachdem wir auf der gegenüberliegenden Rheinseite bereits an unsere Kapazitätsgrenze stoßen“, erklärt Geschäftsführerin und Inhaberin Yasemin Dogan, die das Konzept 2009 mit ihren Brüdern Hüseyin und Ceyhun Dogan aus der Taufe hob. Mittlerweile ist auch Schwester Munise Dogan - und damit alle vier Dogan-Geschwister – an Bord. Investiert haben sie fast 2 Mio. € und damit die Messlatte für die geplante Expansion hoch aufgelegt.

In Aufbau und Struktur erinnert das Konzept an die Italo-Formel Vapiano: Der Gast bestellt sein Essen an unterschiedlichen Stationen, gebucht werden Getränke und Speisen auf einer Chipkarte, beim Verlassen des Restaurants wird bezahlt. Kulinarisch allerdings beschreitet das Bona’me seit vier Jahren neue Wege in Deutschland. Türkische Küche ohne die (aus deutscher Sicht) Kernprodukte Döner und Lahmacun. Türkische Küche ohne Imbissflair. Stattdessen gesunde und frisch zubereitete Küche, viele vegetarische Optionen und sogar sieben vegane Gerichte. Alles in der Preisrange von 2,90 € für eine kleine Vorspeise bis 8,90 € für ein Hauptgericht. Flankiert wird die Speisekarte von einer nicht minder großen Auswahl an Getränken, die auch zahlreiche Weine und Spirituosen beinhaltet. „Auf Nachfrage gibt es sogar Champagner“, verrät Dogan. Der Durchschnittsbon liegt im Mittagsgeschäft bei 11 €, abends zwischen 13 und 14 €.

Für ein Konzept, das auf schnelle Küche ausgerichtet ist, überrascht auf den ersten Blick die umfangreiche Karte. „Insgesamt gibt es fünf Basisgerichte, die wir mit unterschiedlichen Zutaten variieren“, erklärt die studierte Politikwissenschaftlerin Dogan. Jeweils vier bis neun Variationen gibt es von Çiftlik Saç (Gemüse auf Fladenbrot), Pide (Fladenbrot belegt mit Tomatensauce & Gouda), Makarna (Nudeln), Manti (Teigtaschen mit Käsefüllung) und Beyti (dünn gerolltes Fladenbrot mit Füllung). „Die große Auswahl ist möglich, weil wir bei allen Gerichten mit ähnlichen Rohstoffen arbeiten.“ Die systemgastronomischen Idealvorgaben von höchstens fünf Zutaten und nicht mehr als fünf Handgriffen pro Gericht musste man allerdings überschreiten. So wartet der Gast auch nicht an der Station auf sein Essen, sondern wird mit einem Rufgerät erst einmal an seinen Tisch geschickt. Weniger als zehn Minuten soll die Wartezeit im Durchschnitt dauern. Zeit ist vor allem mittags ein wichtiges Argument, zumal sich beide Restaurants in Bürobezirken befinden.

Bei der Planung des Konzepts hatten die Geschwister übrigens in erster Linie die deutschen Gäste und weniger die eigenen Landsleute im Blick. „Jetzt sind wir total überrascht, dass wir auch so viele türkische Gäste gewinnen konnten“, gesteht Dogan, die den Anteil der eigenen Landsleute auf 20 % schätzt. Die nämlich seien deutlich schwerer zufriedenzustellen, denn die schließlich wird in jeder Region des Landes ein wenig anders gekocht. „Hält man sich an die Rezepturen des Nordens, werden Gäste aus dem Süden der Türkei beklagen, dass das Gericht nicht authentisch schmeckt“, sagt die Geschäftsführerin mit einem Augenzwinkern. Auch die Schärfe ist natürlich immer wieder Diskussionsthema. „Wir gehen jetzt einen Mittelweg und stellen Salz-, Pfeffer- und Chilimühlen zum Nachwürzen auf den Tisch.“

Neben dem Mittagspublikum, das überwiegend aus Geschäftsleuten besteht, sind die beiden täglich geöffneten Standorte auch bei Familien beliebt. „Steifes Stillsitzen ist bei uns keine Pflicht und Extrawünsche werden gerne erfüllt“, sagt Dogan. „Im ersten Restaurant im Rheinauhafen zählen wir werktags bis zu 600 Gäste. Am Wochenende sind es bis zu 1.000.“ Die breite Akzeptanz, die das Konzept bei unterschiedlichen Zielgruppen findet, war den Dogans Beweis genug, dass Bona’me nach vier Jahren auch reif für Multiplikation war. Nach einem dritten Standort in der Region wird bereits Ausschau gehalten.

www.bona-me.de



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