American Express Studie

Erholung des Geschäftsreisemarktes in Sicht

Sparen über den Wolken bleibt auch im Jahre 2004 angesagt - auf persönliche Treffen wollen Geschäftsleute dennoch nicht verzichten. Das belegt die aktuelle "American Express International Business Traveler Survey", für die 800 Geschäftsreisende aus acht Ländern befragt wurden. Der aktuellen Studie zufolge plant mehr als jeder dritte Geschäftsreisende im nächsten Jahr trotz Kostendruck sogar mehr Reisen als 2003. Besonders die deutschen Reisenden schätzen den persönlichen Kontakt, nur jeder Sechste sieht Online- oder Telefonkonferenzen als Alternative zu Treffen vor Ort an.Der anhaltende Trend zur Kostenkontrolle führt allerdings weltweit zu einer verstärkten Nutzung Kosten sparender Online-Buchungen. Von allen in der Studie Befragten gehen mehr als 37 Prozent im kommenden Jahr von einer - teilweise sogar deutlich - erhöhten Reisetätigkeit aus. Rund 47 Prozent schätzen, dass sich ihr Reiseaufkommen in 2004 kaum verändern wird. Nur etwa 12 Prozent erwarten einen Rückgang. Geschäftsreisen werden weiterhin als wichtiges Instrument zur Pflege und zum Aufbau von Kundenbeziehungen angesehen. Die Bedeutung von Geschäftsreisen für das Wachstum des Unternehmens schätzen mehr als 89 Prozent der Befragten aus allen acht Ländern als sehr wichtig bzw. etwas wichtig ein. Einige Geschäftsreisende nutzen alternativ zum Reisen Web-Meetings und Telefonkonferenzen, wobei die Mehrzahl nach wie vor das persönliche Treffen bevorzugt (35 Prozent gegenüber 65 Prozent). Die deutliche Kostenkontrolle führt bei Geschäftsreisenden zu einer verstärkten Nutzung von Online-Buchungsmöglichkeiten. So gaben 48 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden an, bei ihren Reisebuchungen auch auf Online-Buchungen zurückzugreifen. Damit liegen sie neben Briten (49 Prozent), Amerikanern (42 Prozent), Mexikanern (40 Prozent) und Australiern (39 Prozent) über dem Durchschnitt aller weltweit Befragten (37 Prozent). Mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller Befragten bucht weiterhin nie auf diesem Weg, bei 28 Prozent übernimmt eine andere Person die Reisebuchung. Nach turbulenten Entwicklungen in den vergangenen Jahren gibt es für das kommende Jahr somit Anzeichen für eine Erholung im weltweiten Geschäftsreisemarkt. Dies geht auch aus der ersten weltweiten Studie "Global Business Travel Trends and Forecast for 2003-2004" von American Express hervor. Damit stützt die Studie die These von einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung im kommenden Jahr, da der Geschäftsreisemarkt als Frühindikator gilt. Die aktuelle Ausgabe des American Express European Corporate Travel Index für das 2. Quartal 2003 zeigt allerdings auch, dass die Preise für Übernachtungen in Deutschland in allen Kategorien auf den niedrigsten Level seit einem Jahr gefallen sind (Vergleich Q2/2003 zu Q2/2002). Allein im 2. Quartal 2003 haben sich die Zimmerpreise hierzulande um 3,7 Prozent in der gehobenen und mittleren Kategorie und um 4,9 Prozent im Niedrigpreissegment verbilligt. Insgesamt ist die Belegungsrate in erster Linie von einer schwächeren Nachfrage besonders im Bereich Meetings und Incentives und einem Rückgang der weltweiten Reisetätigkeit aufgrund von Sicherheitsaspekten beeinflusst. Insgesamt sind auf dem europäischen Hotelmarkt die Belegungsraten deutlich zurückgegangen - um neun Prozent in Berlin, zwölf Prozent in Rom, 13 Prozent in Brüssel, 16 Prozent in London und Madrid und 22 Prozent in Paris. Dies hat natürlich auch Folgen für die Umsätze, die von 18 Prozent in London bis ein Prozent in Berlin rückläufig sind. Es ist ein gutes Signal, dass sich der Geschäftsreisemarkt langsam erholt, doch bis sich diese Entwicklung sowohl auf Umsätze und Zimmerpreise niederschlägt, müssen Hoteliers wohl noch etwas Geduld haben.


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