Nordsee

Erster Standort in Autobahn Tank & Rast eröffnet

Der Betrieb in der Autobahnraststätte Greding/West wurde gestern offiziell eröffnet. "Ein wichtiger Schritt im Rahmen unserer Expansion", so Manfred E. Zipp, Vorsitzender der Geschäftsführung des Fischrestaurant-Systemers. Schon seit Ende der 90er habe man mit Standorten an Bahnhöfen und Flughäfen auf die immer mobiler werdende Gesellschaft gesetzt.

"Wir müssen immer näher ‘ran an den Kunden."

Im Laufe des Jahres sollen noch vier weitere Nordsee-Einheiten in Autobahn T&R-Standorten an den Start gehen, alle im Norden Deutschlands. Dann wird Bilanz gezogen. "Wenn wir erfolgreich sind, werden wir sofort Konsequenzen ziehen", so Dr. Karl-H. Rolfes, Sprecher der Geschäftsführung der Autobahn Tank & Rast, vieldeutig.



Marktforschungen hätten bestätigt, dass die Kundenbedürfnisse sich grundlegend verändert haben. "Vor allem jüngere Konsumenten fragen verstärkt nach bekannten Marken", so Rolfes. "Durch deren flächendeckende Integration in unsere Servicebetriebe wollen wir neue Markt- und Umsatzpotenziale erschließen."

Flächendeckend meint, dass in gewissen Abschnitten in jeder Region systemgastronomische Anbieter verschiedener Facetten zu finden sein sollen, "nicht unbedingt nur Fast Food". Man hat einen Netzplan erstellt. Für alle Standorte sind Coffee-Module verschiedener Systeme vorgesehen.



Bislang kooperiert T&R mit McDonald‘s, Burger King, Joey’s, I O, Lavazza und Segafredo - dazu kommen die System-Pächter Mitropa, Axxe Reisegastronomie, LSG-Airportgastronomie, Marché Restaurants, Autogrill D und Le Buffet sowie das Vollconvenience-System von Barilla, das kurzfristig an 100 Standorten zum Einsatz kommen soll.

"Unser Fokus liegt darauf, Kompetenz einzukaufen. Der Aufbau einer T&R-Eigenmarke hat derzeit keine Priorität."

Man sähe sich in erster Linie als ein Anbieter, der am Standort Tankstelle und Raststätte ein bedürfnisgerechtes Sortiment für seine Kunden zusammenstellt. In der Regel werden die Marken-Einheiten als Shop-in-Shop unter Betreiber-Regie des jeweiligen Pächters geführt. Die zunächst befürchtete Kannibalisierung des klassischen Free-Flow-Angebotes sei nicht eingetreten.

G0anz im Gegenteil: "Wir freuen uns über schöne Synergie-Effekte: Mama geht zur Kaffeebar, die Kinder essen Fisch-Snacks und Papa Fleisch im klassischen SB-Bereich."

Auch hier ist Modernisierung angesagt. Erste Einheiten des neuen Modulsystems - u.a. mit Wok-Einheiten - sind bereits am Start, es soll mit jedem Neu-/Umbau weiter ausgerollt werden - mitsamt eigenem Qualitätsversprechen.



Für 2003 sind von T&R 70 Mio. EUR Investitionsvolumen vorgesehen, "dieses Niveau wollen wir auch in den kommenden Jahren halten, um uns permanent den Entwicklungen des Marktes anzupassen."

Seit der Privatisierung 1998 wurden mehr als 250 Mio. EUR in die Modernisierung der Betriebe investiert. Man konzentriert sich dabei auf die Kernbereiche Marketing & Vertrieb, Standortentwicklung und Immobilienmanagement. Im Fokus: mehr Gastronomie, mehr Retail und gut geführte Sanitäranlagen. Über allem steht eine reibungslose Zusammenarbeit mit den Pächtern, "unseren Unternehmern im Unternehmen, unserem Gesicht nach außen. Für viele Reisende aus dem Ausland sind unsere Standorte die Visitenkarte Deutschlands." Alles in allem sei man trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut aufgestellt für die künftige Entwicklung.



Der Nordsee-Betrieb in Greding/West offeriert das klassische Sortiment, wenn auch etwas schmaler und ohne Retail. Das Design ist einladend - viel Holz, viel Licht - man zählt rd. 35 Plätze. Die Umsatzerwartung? "As much as possible", so Zipp. Anders als üblich wird der Betrieb nicht in Eigenregie geführt, denn Raststätten-Pächterin Sybille von Westphalen ist zugleich Lizenznehmerin des Fischrestaurants.

"Wir liefern ihr das Konzept, sie uns die Kenntnis der Konzepte und Bedürfnisse vor Ort." Von Westphalen: "Natürlich erhoffen wir uns, dass durch das Nordsee-Restaurant noch mehr der 400.000 täglichen Reisenden, die hier auf der A 9 Richtung Süden vorbeifahren, zu uns kommen. Man macht nichts aus Übermut."

Die Ergebnisse der ersten Wochen nach der am 16.12.2002 angelaufenen Pre-Opening-Phase stimmen sie hoffnungsfroh. "Hier im südlichsten Mittelfranken gibt es nur Forelle und Karpfen. Da freuen sich viele über eine größere Auswahl an leichter, eiweißreicher Kost. Vor allem Familien."

Der Umbau der seit 1945 bestehenden Raststätte hat rd. 360.000 Euro gekostet.

www.tank.rast.de

www.nordsee.com

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