Schweinegrippe

Es wird ernst - WHO erwartet Explosion der Fälle / Nützliche Links für Gastronomen

Nach jüngster Auskunft der WHO wird sich die Infektionskrankheit in den kommenden Monaten massiv ausbreiten und dabei deutlich mehr Todesopfer fordern. Auch das Robert-Koch-Institut warnt vor Sorglosigkeit.

Für Gastronomen und Hoteliers hat der Dehoga ein Merkblatt entwickelt, das über häufig gestellte Fragen und Antworten zur Schweinegrippe informiert und insbesondere auch auf branchenbezogene Aspekte der Erkrankung eingeht. Hier finden sich darüber hinaus Hinweise zur Erstellung eines betrieblichen Pandemieplans sowie zahlreiche weiterführende Links. Empfehlenswert insbesondere - mit tagesaktuellen Infos zur Entwicklung der Krankheitsfälle, mit Aufklärung und Verhaltensempfehlungen, Checklisten für Firmen etc. - die Website des Robert Koch-Instituts: www.rki.de/influenza

Detaillierte Informationen zu persönlichen Schutzmaßnahmen finden sich auf:
http://www.wir-gegen-viren.de/

Das Merkblatt des Dehoga zur Neuen Grippe liegt zum kostenlosen Download bereit unter:
www.dehoga-bundesverband.de/home/page_sta_2121.html

Das Grippevirus A/H1N1 wird in erster Linie durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Die Übertragung erfolgt insbesondere durch Husten oder Niesen, ist aber auch durch mit virushaltigen Sekreten verunreinigte Oberflächen möglich. Das Virus kann dann durch Berührung mit den Händen weitergereicht werden. Sicher abgetötet wird der Erreger erst bei Temperaturen von über 72° C.

Um sich und andere möglichst vor Ansteckung zu schützen, sollten einige grundlegende Verhaltensregeln beachtet werden. Diese sollten unbedingt auch allen Mitarbeitern in der Gastronomie und Hotellerie geläufig sein. Dazu zählt zu allererst:

  • Häufiges gründliches Händewaschen mit Seife, ggf. auch Desinfektionsmittel - auch zwischen den Fingern. Unbedingt vor jedem Kontakt mit Lebensmitteln. Möglichst kein Berühren der Schleimhäute von Mund, Augen und Nase.
  • Möglichst auch auf Händeschütteln verzichten.
  • Generell zu anderen Personen Abstand halten, vor allem beim Husten und Niesen.
  • Wer niesen oder husten muss, benutze Papierhandtücher (Einmaltücher!) statt Stoffhandtücher und notfalls lieber den Ärmel als die eigenen Hände.
Die Weltgesundheitsorganisation hält in vielen Ländern eine Verdoppelung der Krankheitsfälle alle drei bis vier Tage für möglich. „Ab einem gewissen Punkt wird es so scheinen, als gebe es eine Explosion der Fallzahlen", warnte der WHO-Direktor für die Region des westlichen Pazifik,  Shin Young Soo, auf einer Tagung von Gesundheitsexperten in Peking.

Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer seien gefährdet, zumal ihre Gesundheitssysteme nicht vorbereitet seien. Bisher sind dem neuartigen Erreger A/H1N1 laut WHO weltweit fast 1.800 Menschen zum Opfer gefallen. Das erstmals im März dieses Jahres in Mexiko und Kalifornien aufgetretene Virus hat sich mittlerweile auf rund 180 Länder ausgebreitet.
Nach jüngsten Meldungen wurde der Erreger jetzt erstmals auch bei Puten nachgewiesen - ausgerechnet auf einer Farm unweit der chilenischen Hafenstadt Valparaiso, einem der wichtigsten Häfen auf dem Kontinent.

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut bis dato knapp 13.800 Erkrankungsfälle bestätigt (Stand 20.8.), davon mehr als 4.600  in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Niedersachsen mit rd. 2.300. Binnen nur zwei Tagen stieg die Zahl der gemeldeten Fälle um 550 an. Die große Mehrzahl der Erkrankten hat sich auf Auslandsreisen angesteckt - mit der anstehenden Reiserückkehrwelle  wird ein weiterer starker Anstieg der Erkrankungen erwartet.

Während in Deutschland bisher noch kein Todesfall im Zusammenhang mit der Schweinegrippe registriert wurde, sind europaweit bereits mehr als 60 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben, die meisten davon in Großbritannien. Doch gab es hierzulande bereits einige schwere Verläufe, das RKI schließt Todesopfer in den kommenden Monaten keineswegs aus.


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