Archaeon Gefsis

Essen wie Sophokles im Düsseldorfer Medienhafen

Im Düsseldorfer Medienhafen ist ein nicht alltägliches Restaurant vor Anker gegangen: Das Archaeon Gefsis auf der Speditionsstraße. Das 120 Plätze große Restaurant, dessen Name soviel wie "ursprünglicher Geschmack" bedeutet, hat die Essgewohnheiten der Antike wiederentdeckt. Die Küche von Sophokles und seinen Mitstreitern beschert den Gästen höchst ungewöhnliche, aber köstliche Genüsse: Salate mit Kraut, Rosinen und Granatäpfeln (klein: 5,10 EUR; groß: 8,90 EUR) etwa oder Hauptgerichte wie Lammschenkel mit Knoblauch-Kichererbsen-Püree (13 EUR), Huhn in grob geriebener Weizengrütze (8,60 EUR) oder Riesengarnelen in Honigsoße (18,50 EUR). "Die antike Küche kannte keine Tomaten, Kartoffeln, keinen Reis, Zucker und Kaffee", erklärt Kornelia Molitor, die das Konzept in Athen entdeckt hat. Stattdessen gibt es vielerlei Nüsse, grobgeriebene Gerste, Weizen, Gemüse und Früchte. Gesundheitsexperten wie die Präventivmedizinerin Isabell Oeynhausen sind bereits voll des Lobes. "Hier gibt es eine frische, naturbelassenen Küche. Das ist ein Schritt zurück zum Wesentlichen, denn in der heutigen Ernährung kommen Frische und damit auch die Gesundmacher oft zu kurz." Der "ganz andere Grieche" versteht sich aber beileibe nicht als Vollwertrestaurant, sondern als Erlebnis-Gastronomie. "Wir wollen unseren Gästen eine geschmackvolle Verbindung von Essen und Trinken mit einem außergewöhnlichen Kulturerlebnis bieten", sagt Inhaber Gregor Wagner, der für das Konzept intensiv in überlieferten Schriften recherchierte. Als Zielgruppe nimmt er nicht nur Kulturfans, sondern auch Firmen und Geschäftsleute ins Visier. 8 Mitarbeiter sorgen täglich von 18 bis 24 Uhr für das Wohl der Gäste. Auch optisch kommen diese in dem zeitgeistig eingerichteten Lokal mit Hafenblick auf ihre Kosten: Die rotbraun gewischten Wände zieren Repliken aus dem Archäologischen Nationalmuseum in Athen, das Service-Personal bedient in antiken Gewändern. Auch die Hintergrundmusik stammt, so versichert der Inhaber, aus der Zeit der "alten Denker". Gabeln übrigens sucht der Gast im Archaeon Gefsis vergebens. "Die Gabel gehörte in der Antike nicht auf den Tisch", sagt Molitor. Bleiben also nur Messer und Löffel, was jedoch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Da wir schon bei den Details sind: Im Liegen getafelt wird nicht. Gegessen wird am Tisch - von Tongeschirr, versteht sich. www.archaeon-gefsis.com




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