Vincent & Paul

Euroasiatische Küche im Museum Folkwang

Der Neubau des Essener Folkwang Museums wartet nicht nur mit einer viel beachteten Ausstellung, sondern auch mit einem außergewöhnlichen Museumsrestaurant auf: Im rund 55 Mio. € teuren Ergänzungsbau von Star-Architekt David Chipperfield implementierte die Wolff Gruppe (Bauherr) das neue ‚Vincent & Paul’, dessen Leitung der Münchner Frank Heppner übernommen hat.

Mittags wird Museumsbesuchern und Mitarbeitern umliegender Firmen eine kleine Auswahl frischer Gerichte geboten (Hauptgerichte bis 13 €), abends verwandelt sich das modern eingerichtete Lokal (70 Innen- und 70 Terrassenplätze) in ein elegantes Gourmetrestaurant (Menü 60-80 €). „Um 16 Uhr schließen wir und rüsten um: abends gibt es anderes Besteck, andere Deko, andere Teller und andere Gläser“, erklärt Witzigmann-Schüler Heppner, der sich mit euro-asiatischer Küche einen Namen gemacht hat. Und natürlich eine andere Karte: Ab 18 Uhr verwöhnt das 15-köpfige Köcheteam die Gäste mit Kreationen wie koreanischem Rindertatar, Hummer Surf & Turf oder der legendären Kokos-Fisch Suppe.

Der Andrang in den ersten Monaten war gewaltig. Die aktuelle Ausstellung zählte in den Osterferien täglich mehrere tausend Besucher. Das lang gestreckte Lokal, das ursprünglich für einen Caterer geplant war (die Thekenplanung stammt von Flügel Großküchentechnik in Essen), platzte mittags aus allen Nähten. „Wir haben gerade unser Konzept geändert und unser Mittagsgeschäft von Free flow auf Bedienung umgestellt“, berichtet Heppner. Zu groß sei der Andrang gewesen, außerdem hätten die Gäste keinen Eindruck davon gewinnen können, zu welchen Top-Leistungen das Lokal abends fähig sei. „Das war die richtige Entscheidung, auch wenn wir mittags Frequenzeinbußen und Mehrarbeit in Kauf nehmen müssen“, sagt Heppner. Der 49-jährige Oberbayer, der in Top-Hotels in Asien tätig war und nach dem ‚Lenbach’ in München sein eigenes Restaurant ‚Momo’ leitete, hat in der Kulturhauptstadt Europas ehrgeizige Ziele: Er möchte eine Gourmetküche präsentieren, die auch Vergleiche mit großen Vorbildern (Danny Meyers ‚The Modern’ im New Yorker Museum of Modern Art) nicht scheuen muss.

Statt anfangs 800 zählt ‚Vincent & Paul’ jetzt mittags 200 Gäste, darunter viele Geschäftsleute. Abends kommen zwischen 60 und 80 Gäste zum Essen, davon sind rund 40 % Museumsbesucher. Zusätzlich ging im Altbau des Museums ein Café an den Start, das ebenfalls von Heppners Team bewirtschaftet wird. „Dort verpflegen wir täglich noch einmal bis zu 1.000 Personen mit Kuchen, Kaffee und Sandwiches.“

www.vincentpaul-folkwang.de

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