DB

Europäische Spitzenköche kochen in Bordrestaurants

Die Bahn als rollender High-Speed-Gourmettempel – diese Vision wird in diesem Jahr Wirklichkeit. Spitzenköche aus zehn deutschen Nachbarländern geben sich buchstäblich die Klinke zur Speisewagentür in die Hand. „Wenn wir die Kulturen schon verkehrstechnisch verbinden, wollen wir auch kulinarisch zwischen ihnen vermitteln“, erklärt Vorstand Robert Etmans die Idee hinter dem im Februar startenden Programm ’Europa erleben. Sterne genießen’. Hintergrund: 2007 hat die Bahn die Verbindungen ins europäische Ausland massiv ausgebaut und verbessert: Paris, Kopenhagen, Amsterdam, Wien und Zürich sind spätestens seit dem Fahrplanwechsel 2007/’08 in kürzerer Zeit oder häufigeren Frequenzen per Schiene zu erreichen. Die Aktion ist die bisher umfangreichste in der Geschichte der deutschen Zuggastronomie und dürfte europaweit einzigartig sein. Zehn Top-Köche repräsentieren ihre Länder bis Januar 2009 jeweils einen Monat lang mit bis zu vier Hauptgerichten in den insgesamt 540 Bordrestaurants und Bistros. Zielsetzung bei der Rezepterstellung war es, die eigene kulinarische Note des Spitzenkochs ebenso widerzuspiegeln wie die Küchentradition des jeweiligen Landes. Alpenländische Kost mit italienischen Einflüssen wird ebenso vertreten sein wie Gerichte der französischen und experimentellen Küche. Den Anfang macht im Februar die Luxemburgerin Léa Linster, die unter anderem Hirsch-Bourguignon mit Butterspätzle (13,90 €), Gekochtes Rindfleisch mit Meerrettich-Apfel-Sauce und Salzkartoffeln (11,90 €) und den typischen ’Bouneschlupp’ (Eintopf von grünen Stangenbohnen mit Speck und Wurstschreiben, 8,90 €) für die Bordgastronomie kreierte. „Ich habe mich sehr gefreut, als die Anfrage von der Deutschen Bahn kam“, erzählt die auch aus dem deutschen Fernsehen bekannte Köchin (1 Michelinstern, 16 Punkte Gault Millau). „Und ich bin ganz begeistert, wie gut meine Rezepte umgesetzt werden.“ Von der Qualität der Gerichte hat sich Linster selbst bei einem Besuch der Produktion von Sander Gourmet überzeugt und das Ergebnis abgesegnet. „Die Köche können kein Risiko eingehen – ihr guter Ruf steht schließlich auf dem Spiel“, erklärt Thomas Kost, Leiter Produktmanagement Bordservice bei der DB. „Umso mehr freuen wir uns, dass so viele herausragende Vertreter ihrer Zunft mitmachen!“ Auf Linster folgt im März Jean Pierre Bruneau, im April präsentiert Mario Ridder Spezialitäten aus den Niederlanden. Vorfreude auf die Fußballeuropameisterschaft weckt im Mai der Schweizer Eduard Hitzberger, im Europameisterschaftsmonat Juni selbst vertritt Johanna Maier das Gastgeberland Österreich. Die Sommermonate Juli und August gehören Eric Fréchon (Frankreich), bevor im September der junge Däne Jakob de Neergaard Kostproben der nordischen Küche präsentiert. Den Abschluss bilden im Oktober Oldrich Sahajdak (Tschechien), im November Pawel Oszczyk (Polen) und im Dezember/Januar ’09 Herbert Hintner (Italien). Insgesamt verbergen sich 11 Michelinsterne hinter den großen Namen der europäischen Gourmetküche. Pro Hauptgang (ca. 13-15 €) kalkuliert die Bahn etwa 7.000 Portionen, ein guter Eintopf (8-9 €) wird erfahrungsgemäß bis zu 18.000 Mal innerhalb eines Monats bestellt. In der ersten Klasse können die Gerichte auch am Platz bestellt und serviert werden. „Im vergangenen Jahr gab es wegen der Streiks so viele schlechte Berichte über die Bahn, dass wir uns richtig freuen, zumindest mit der Gastronomie für mehr als positive Schlagzeilen zu sorgen“, betont Tanja Schlesinger, seit September Nachfolgerin von Oliver Kühn als Leiterin Bordservice. „Wir hoffen, mit den europäischen Spezialitäten die Neugier unserer Fahrgäste auf die deutschen Nachbarländer zu wecken.“ www.bahn.de


stats